Umwelt
Ozonloch über dem Südpol groß wie nie zuvor

Das Ozonloch über dem Südpol bricht in diesem Jahr nach Angaben der US-Raumfahrtbehörde Nasa alle Rekorde. Mit 27,45 Mill. Quadratkilometern sei es so groß wie nie zuvor, teilten die Nasa und die US-Behörde für Atmosphärenforschung Noaa in Boulder (US-Bundesstaat Colorado) mit.

dpa WASHINGTON. Das Ozonloch über dem Südpol bricht in diesem Jahr nach Angaben der US-Raumfahrtbehörde Nasa alle Rekorde. Mit 27,45 Mill. Quadratkilometern sei es so groß wie nie zuvor, teilten die Nasa und die US-Behörde für Atmosphärenforschung Noaa in Boulder (US-Bundesstaat Colorado) mit.

Damit erreicht das diesjährige Ozonloch in etwa die Fläche der USA und Russlands zusammen. Es sei mehr als drei Mill. Quadratkilometer größer als erwartet. Die Daten beruhen den Angaben zufolge auf Messungen vom 21. bis 30. September mit dem Nasa-Satelliten „Aura“.

In der Höhe zwischen 13 und 21 Kilometer sei fast das gesamte Ozon zerstört. „Das Ozon in dieser Schicht der Atmosphäre ist so gut wie verschwunden“, sagte der Noaa-Experte David Hofmann. Dies hänge mit den hohen Konzentrationen von Ozon verringernden Substanzen und den Rekord-Kälte-Temperaturen in der Stratosphäre über dem Südpol zusammen.

Messungen hätten ergeben, dass die durchschnittlichen Temperaturen dort Ende September etwa um fünf Grad Celsius niedriger waren als im langjährigen Mittel. Dadurch sei die Größe des Ozonlochs zusätzlich um etwa drei bis vier Mill. Quadratkilometer gewachsen. Die Temperaturen der antarktischen Stratosphäre führen dazu, dass sich die Größe des Ozonlochs von Jahr zu Jahr ändere.

Die Europäische Weltraumbehörde Esa hatte Anfang Oktober gemeldet, dass über dem Südpol in diesem Jahr so viel schützendes Ozon verloren gegangen sei wie nie zuvor seit Beginn der Messungen. Die Esa misst sowohl die Größe des Ozonlochs als auch seine Tiefe in der Ozonschicht. Aus der Kombination beider Werte ergibt sich für dieses Jahr ein Verlust um 40 Mill. Tonnen Ozon. Das sind eine Million Tonnen mehr als im bisherigen Rekordjahr 2000.

Die Ozonschicht filtert einen Großteil der ultravioletten Strahlung aus, die beim Menschen unter anderem Hautkrebs verursachen kann. Die Schäden an der Ozonschicht führen Experten unter anderem auf den Einsatz von Fluorchlorkohlenwasserstoffe (Fckw) zurück. Auf Grund des Montréal-Protokolls zum Schutz der Ozonschicht von 1987 hat die weltweite Fckw-Produktion stark abgenommen. Allerdings haben Ozon schädigende Substanzen nach Einschätzung von Experten in der Atmosphäre eine sehr lange Lebensdauer von mehr als 40 Jahren. Nach Schätzungen der Weltwetterorganisation (WMO) wird es bis zum Jahr 2065 dauern, bis das Ozonloch wieder vollständig verschwunden sein wird.

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