Umwelt
Siebenpunkt-Marienkäfer ist Insekt des Jahres 2006

Der Marienkäfer mit den sieben Punkten ist das Insekt des Jahres 2006. Der Käfer ist nicht nur als Glücksbringer populär, sondern punktet auch beim Vertilgen von Blattläusen, wie das Kuratorium Insekt des Jahres am Montag in Berlin mitteilte.

dpa BERLIN. Der Marienkäfer mit den sieben Punkten ist das Insekt des Jahres 2006. Der Käfer ist nicht nur als Glücksbringer populär, sondern punktet auch beim Vertilgen von Blattläusen, wie das Kuratorium Insekt des Jahres am Montag in Berlin mitteilte. Bislang wurden deutschlandweit 80 Arten von Marienkäfern nachgewiesen.

Der Siebenpunkt-Marienkäfer (Coccinella septempunctata) wird bis zu einem Jahr alt und kann in Deutschland gelegentlich in Massen auftreten: An einem fünf Kilometer langen Ostseestrand sei einmal ein Schwarm von 25 Mill. Käfern beobachtet worden, berichtete das Kuratorium.

Der schwarz-rote Käfer mit den sieben Punkten bekam seinen Namen bereits im Mittelalter. Die Bauern hielten das Schädlinge fressende Insekt für ein Geschenk der heiligen Maria und benannten es nach ihr. Nach der Legende sollen Marienkäfer Kinder beschützen und Kranke heilen. Schon auf einer 20 000 Jahre alten Schnitzerei aus Mammutelfenbein ist ein Marienkäfer zu sehen.

Den Experten zufolge werden Marienkäfer und ihre Larven auch heute als Nützlinge gebraucht. Die natürlichen Schädlingsbekämpfer könnten dazu beitragen, dass weniger Chemikalien in der Landwirtschaft eingesetzt werden müssen, auch wenn die Käfer nicht so effizient wie chemische Mittel seien. Die Käfer brauchten Hecken oder Ackerrandstreifen. Wünschenswert sei ein integrierter Pflanzenschutz.

Der Kuratoriumsvorsitzende Holger Dathe verwies darauf, dass es noch immer irrige Vorstellungen zu dem Käfer gibt. „Die Zahl der Punkte hat nichts mit dem Alter des Marienkäfers zu tun. Das bleibt gleich.“ Es gebe aber auch einen Zweipunkt-Marienkäfer. Weltweit sind rund 5 500 verschiedene Marienkäferarten bekannt, vor allem in den Tropen und Subtropen. Auch fremde Arten wie der Asiatische Marienkäfer seien in Deutschland gesichtet worden, berichtete das Kuratorium. Ob diese eine Bedrohung für heimische Arten sind, sei noch unklar.

Das Insekt des Jahres wird seit 1999 jedes Jahr von namhaften Insektenkundlern und Wissenschaftlern aus zahlreichen Vorschlägen ausgewählt. Das Insekt 2005 war die Steinhummel, davor war es die Hainschwebfliege, 1999 die grüne Florfliege. Die Auswahl erfolgt nach der Gefährdung der Art oder ihres Lebensraumes durch den Menschen. Meist werden sehr auffällige oder interessante Arten gewählt. Die Schirmherrschaft für das Insekt 2006 übernahm der Umweltminister von Mecklenburg-Vorpommern, Wolfgang Methling (Linkspartei).

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