Umwelt
Störe werden wieder in der Oder heimisch

Der Versuch, erstmals wieder Störe in Deutschland anzusiedeln, verläuft vielversprechend. „Sie finden in der Oder Lebensräume“, sagte der Projektleiter Jörn Geßner der Deutschen Presse-Agentur dpa.

dpa HOHENSAATEN. Der Versuch, erstmals wieder Störe in Deutschland anzusiedeln, verläuft vielversprechend. „Sie finden in der Oder Lebensräume“, sagte der Projektleiter Jörn Geßner der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Mit seinen Mitarbeitern hatte er vor gut drei Monaten die ersten 250 Jungstöre bei Hohensaaten (Barnim) in dem Grenzfluss ausgesetzt. Insgesamt sind es jetzt nach seinen Angaben rund 500. Fischer meldeten, dass die Jungtiere kräftig gewachsen seien. „Die kritische Schwelle ist so langsam überschritten“, stellte Geßner fest. Andere Raubfische wie Zander, Welse oder Hechte könnten den Heimkehrern der in Deutschland seit rund 40 Jahren ausgestorbenen Art nicht mehr gefährlich werden.

Ein deutsch-polnisches Wiederansiedlungsprojekt hatte mehr als zehn Jahre lang die Vorbereitungen dafür getroffen, den Ostsee-Stör (Acipenser oxyrinchus) in seinem ursprünglichen Verbreitungsgebiet wieder heimisch zu machen. Bereits im Mai waren in einem polnischen Oderzufluss Jungtiere ausgesetzt worden. „Wir wollen herausbekommen, ob die Oder noch für einen Massenbesatz geeignet ist“, erläuterte der Fisch-Experte.

Entscheidend sei vor allem, dass der Grenzgänger zwischen Süß- und Salzwasser nicht durch Wehre und andere Verbauungen an seinen Wanderungen gehindert wird. „Wenn es klappt, könnten wir an die 100 000 Jungstöre aussetzen.“ Die Versuchsphase sei aber noch zu kurz, um sichere Aussagen treffen zu können. Voraussichtlich an der Neiße-Mündung sollen im Oktober weitere 250 Fische ausgesetzt werden.

Die Störe werden mit Sendern ausgestattet, die etwa vier Wochen lang Signale abgeben. Ansonsten ist Geßner auf die Aussagen von Fischern angewiesen. Die zuerst ausgesetzten Tiere seien inzwischen länger als 50 Zentimeter. „Sie ernähren sich von kleinen Krebsen, Schnecken und anderen Weichtieren.“ Geschlechtsreif seien Störe erst mit 13 bis 14 Jahren. „Sie wachsen aber ihr Leben lang. Im Schnitt werden sie 40 bis 60 Jahre alt.“ Der Stör gilt als „lebendes Fossil“; seine Spuren reichen bis in die Zeit der Dinosaurier zurück.

In diesem Herbst soll Geßner zufolge eine Entscheidung darüber fallen, ob es im nächsten Jahr einen ähnlichen Versuch mit dem Nordsee-Stör in der Elbe geben wird. Vor kurzem waren 3 000 junge Europäische Störe in die Dordogne bei Bordeaux gesetzt worden.

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