Umwelt
Urwaldzerstörung in Indonesien: Greenpeace schlägt Alarm

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace schlägt wegen der rasanten Zerstörung der Torf-Wälder in Indonesien Alarm. Durch die Urwaldzerstörung entstünden jedes Jahr 2,6 Mrd. Tonnen Kohlendioxid (CO2), mehr als die Emissionen von Deutschland, Frankreich und Großbritannien zusammen.

dpa SINGAPUR/KUALA CENAKU. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace schlägt wegen der rasanten Zerstörung der Torf-Wälder in Indonesien Alarm. Durch die Urwaldzerstörung entstünden jedes Jahr 2,6 Mrd. Tonnen Kohlendioxid (CO2), mehr als die Emissionen von Deutschland, Frankreich und Großbritannien zusammen.

Das teilte die Organisation am Montag in Kuala Cenaku auf der indonesischen Insel Sumatra mit. Damit ist Indonesien nach den USA und China weltweit der drittgrößte Erzeuger von Treibhausgasen.

Um Platz für Palmölplantagen zu machen, wird auf Sumatra nach Angaben von Greenpeace pro Stunde eine Waldfläche größer als 300 Fußballfelder abgeholzt. „Palmölplantagen in indonesischen Torfgebieten sind globale Klimakiller“, sagte Greenpeace-Sprecher Björn Jettka auf Sumatra. „Das Leben in den Urwäldern Indonesiens wird auch für den deutschen Palmöl-Bedarf vernichtet.“

Der indonesische Urwald ist einer der wichtigsten CO2-Speicher der Welt. Der Moor-Torf-Boden speichert mehr Kohlenstoff als andere Landökosysteme, berichtet Greenpeace. Die feuchten Torfschichten sind bis zu zehn Meter tief und bis zu 10 000 Jahre alt. Zum Plantagenanbau werden Kanäle gezogen, um den Boden zu entwässern. Dann trocknet der Torf aber aus und setzt CO2 frei. Außerdem gerät der Boden ausgetrocknet wesentlich leichter in Brand. Die Umweltorganisation baut in der Provinz Riau zur Zeit mit 60 Helfern einen Damm, um die Entwässerung der Torfflächen aufzuhalten.

Greenpeace forderte Indonesien auf, die Einschläge in den Torf-Moor-Wäldern zu verbieten. Die Organisation appellierte an die Regierungen der Welt, bei der Klimakonferenz auf Bali die Urwälder weltweit unter Schutz zu stellen. Auf Bali verhandeln die Regierungen im Dezember über ein Nachfolgeabkommen zum Kyoto-Protokoll zur Eindämmung der Treibhausgasemissionen.

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