Umwelt
WWF beklagt „stilles Artensterben“ in Deutschland

Zahlreiche Tier- und Pflanzenarten in Deutschland sind nach Angaben der Umweltstiftung World Wide Fund for Nature (WWF) vom Aussterben bedroht. Mehr als die Hälfte aller Säugetiere und Fische sowie zwei Drittel aller nur in Deutschland heimischen Pflanzen seien akut gefährdet.

dpa FRANKFURT/MAIN. Zahlreiche Tier- und Pflanzenarten in Deutschland sind nach Angaben der Umweltstiftung World Wide Fund for Nature (WWF) vom Aussterben bedroht. Mehr als die Hälfte aller Säugetiere und Fische sowie zwei Drittel aller nur in Deutschland heimischen Pflanzen seien akut gefährdet.

Das teilte WWF Deutschland zum Internationalen Tag der biologischen Vielfalt am 22. Mai mit. Hauptgrund für das „stille Sterben“ sei der Lebensraumverlust durch Landwirtschaft, Verkehrswege- und Häuserbau.

Nach Angaben des WWF gelten in Deutschland 520 Tier- und 512 Pflanzenarten als ausgestorben oder verschollen, darunter zwölf Säugetierarten. Der letzte in Deutschland lebende Braunbär beispielsweise sei 1 835 in Bayern erlegt worden. Weltweit stehen mehr als 16 000 Tier- und Pflanzenarten auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Arten, in Deutschland gehörten dazu früher häufige Flussfische wie Maifisch oder Neunauge.

Obwohl sich das öffentliche Bewusstsein in den vergangenen drei Jahrzehnten gewandelt habe, werde noch viel zu wenig für den Artenschutz getan, kritisierte WWF-Artenschutzexperte Roland Melisch. „Jeden Tag werden über 100 Hektar Natur für Gebäude und Straßen zubetoniert. In der Landwirtschaft blühen die Monokulturen, es gibt nach wie vor Überdüngung und einen massiven Einsatz von Pestiziden.“

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