Umwelt
WWF: Viele stark bedrohte Arten ohne Schutz

Der internationale Handel bringt nach Erkenntnissen der Umweltstiftung WWF viele Arten an den Rand der Ausrottung. Nicht nur illegale Geschäfte bedrohten ihr Überleben, kritisierte der World Wide Fund für Nature (WWF) am Dienstag in Frankfurt.

dpa FRANKFURT/MAIN. Der internationale Handel bringt nach Erkenntnissen der Umweltstiftung WWF viele Arten an den Rand der Ausrottung. Nicht nur illegale Geschäfte bedrohten ihr Überleben, kritisierte der World Wide Fund für Nature (WWF) am Dienstag in Frankfurt.

Unter den zehn weltweit am stärksten durch Handel bedrohten Tieren seien fünf - Dornhai, Heringshai, Sägefisch, Rote Korallen und europäischer Flussaal - international überhaupt noch nicht geschützt, sagte WWF-Artenschutzexperte Volker Homes. „Ob Korallenschmuck, Räucheraal oder Schillerlocke - kaum einer weiß, dass die Tiere, aus denen diese Produkte gewonnen werden, stark bedroht sind“, sagte Homes.

Der Dornhai, der in der Nordsee, im Atlantik und Pazifik sowie im Schwarzen Meer vorkommt, werde als Seeaal verkauft, aus den Bauchlappen werden Schillerlocken gewonnen. In Großbritannien sei der Fisch Bestandteil von „Fish and Chips“. Dornhaie seien im Nordostatlantik seit den 1960er Jahren um mehr als 90 Prozent zurückgegangen.

Heringshai werde wegen seines Fleisches und seiner Flossen gejagt. In Deutschland werde der Heringshai als See-Stör oder Kalbsfisch verspeist.

Auch die Bestände des SÄGefisches seien dramatisch zurückgegangen. Die sieben Arten der Sägefische werden lebend für Aquarien gehandelt, sind aber nach WWF-Angaben auch als Speisefisch beliebt. Ihre sägeähnlichen Schnauzen werden als Souvenirs oder rituelle Waffen verkauft, andere Körperteile finden in der traditionellen asiatischen Medizin Verwendung.

Rote Korallen werden schon seit über 5 000 Jahren gehandelt, die Römer kurierten mit Korallenpulver Vergiftungen. Die wirbellosen Meerestiere aus dem Mittelmeer sind vor allem als Schmuck beliebt. Inzwischen gibt es nach WWF-Erkenntnissen nur noch meist kleine, oft nicht fortpflanzungsfähige Kolonien.

Überfischung habe die Bestände des Europäischen Flussaals teilweise zusammenbrechen lassen. Jedes Jahr werden nach WWF-Schätzungen 30 000 Tonnen Aal in Europa gefangen.

Die Lage der übrigen fünf Gruppen - Tiger, Asiatische NashÖRner, Tibetantilope, Menschenaffen und Afrikanische Elefanten - habe sich trotz strenger internationaler Handelsbeschränkungen nicht grundsätzlich verbessert. Einige der Arten stehen laut WWF bereits seit über zehn Jahren auf der Liste mit den am meisten bedrohten Arten, darunter die Menschenaffen. Über Handelsbeschränkungen entscheiden die Teilnehmer der Cites-Weltartenschutzkonferenz (Conference of the Convention on International Trade in Endangered Species) vom 3. bis zum 15. Juni im niederländischen Den Haag.

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