Umwelt
Zahl der Weißstorchenpaare stark gestiegen

Es gibt wieder mehr Weißstörche: Mit rund 230 000 Brutpaaren weltweit verzeichnet der aktuelle Weißstorchzensus ein Plus von 37 Prozent in den vergangenen zehn Jahren, wie der Naturschutzbund (Nabu) am Montag in Hamburg berichtete.

dpa HAMBURG. Es gibt wieder mehr Weißstörche: Mit rund 230 000 Brutpaaren weltweit verzeichnet der aktuelle Weißstorchzensus ein Plus von 37 Prozent in den vergangenen zehn Jahren, wie der Naturschutzbund (Nabu) am Montag in Hamburg berichtete.

Das storchenreichste Land ist demnach Polen mit 52 500 Brutpaaren. Es folgen Spanien mit etwa 33 200 und die Ukraine mit rund 30 000 Brutpaaren. In Deutschland habe sich der Bestand bei knapp 4 100 Paaren stabilisiert, berichtete die Bundesarbeitsgruppe Weißstorchschutz des Nabu. Einen Rückgang in Europa stellte der Zensus 2004/2 005 nur in Dänemark fest. Dort halbierte sich der Bestand auf drei Paare.

Einen besonders starken Zuwachs um fast 90 Prozent seit der vorangegangenen Zählung 1994/1 995 registrierten die Storchenschützer in der so genannten Westpopulation, die über Spanien nach Westafrika ins Winterquartier zieht. „Die Gründe hierfür sind günstige Nahrungsressourcen auf Reisfeldern und Mülldeponien, gute Überwinterungsbedingungen im westafrikanischen Sahel und die Entstehung einer Überwinterungstradition von mehreren 10 000 Störchen in Spanien“, sagte Kai-Michael Thomsen vom Michael-Otto-Institut im Nabu.

Die über die Ostroute ziehende Population Mittel- und Osteuropas nahm in dem Zeitraum dagegen nur um 26 Prozent zu. In Tschechien und Lettland änderte sich die Zahl der Störche kaum. In Weißrussland und der Ukraine zählten die Storchenexperten dagegen 70 Prozent mehr Brutpaare als zehn Jahre zuvor.

Sorge bereite dem Nabu die Entwicklung dagegen in Usbekistan, wo die seltene Unterart Turkestanstorch ihre Hauptverbreitung hat. Dort habe sich der Brutbestand auf 745 Paare halbiert. Die Bedrohung für den Weißstorch in dieser Region hänge wahrscheinlich mit der Wahl ihrer Nistplätze vor allem auf den Masten von Stromleitungen zusammen. „Da dies zu Komplikationen der Stromversorgung führen kann, werden die Nester von den Stromversorgungsunternehmen zerstört“, sagte Thomsen. „Dies könnte aber durch den Bau von geeigneten Nisthilfen verhindert werden.“

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