Umweltschutz
Tiefsee-Bergbau als Gefahr für die Ökosysteme

Lebenswelten von Tieren und Pflanzen könnten durch den Tiefsee-Bergbau zerstört werden. Naturschützer fordern, nicht mit dem Abbau zu beginnen, bevor nicht Maßnahmen zum Schutz der marinen Ökosysteme etabliert wurden.

BremerhavenWissenschaftler und Umweltverbände verlangen Schutzmaßnahmen für die Tiefsee, bevor dort mit der Ausbeutung von Rohstoffen begonnen wird. Sie fürchten, dass durch den Tiefseebergbau die Lebenswelt von Tieren und Pflanzen zerstört werden könnte.

"Wir wissen nur sehr wenig über die Vielfalt und Verbreitung von Arten. Es scheint für die Tiefsee-Ebenen typisch zu sein, dass die Lebensgemeinschaften oft aus sehr seltenen Arten bestehen", sagte Antje Boetius vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven dem Handelsblatt.

Die derzeit besonders begehrten Manganknollen beispielsweise müssten über "Hunderttausende Jahre wachsen, bis sie eine erntbare Größe erreicht haben". Auf den Knollen fänden sich spezielle Schwämme, über die man bislang kaum etwas wisse. "Es besteht die Gefahr, dass wir etwas zerstören, was wir noch nicht richtig begriffen haben", warnt der Naturschützer Bill Eichbaum vom World Wide Fund for Nature (WWF).

Der WWF fordert, dass "Tiefsee-Bergbau nicht beginnen sollte, bevor nicht Maßnahmen zum Schutz der Ökosysteme der Tiefsee etabliert wurden". Greenpeace sieht im Unterwasser-Bergbau sogar eine neue Bedrohung. "Bergbau auf dem Meeresboden stellt eine beachtliche Gefahr für marine Ökosysteme dar, wo immer er betrieben wird", stellt die Umweltorganisation fest.

Gerd Braune
Gerd Braune
Handelsblatt / Korrespondent, Kanada
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