UN
Armutsbekämpfung und Naturschutz hängen zusammen

Artenschutz ist laut einer Studie der Umweltstiftung WWF nur wirksam, wenn er auch den Menschen vor Ort nützt.

dpa CURITIBA. Artenschutz ist laut einer Studie der Umweltstiftung WWF nur wirksam, wenn er auch den Menschen vor Ort nützt.

„Bedrohte Arten haben nur gemeinsam mit den armen Menschen in ländlichen Regionen eine Chance“, sagte WWF-Experte Roland Melisch am Montag anlässlich der Veröffentlichung der Studie.

Entwicklungszusammenarbeit und Naturschutz müssten daher Hand in Hand arbeiten, forderte er zum Beginn der 8. Konferenz zur Konvention über die biologische Vielfalt (CBD) im brasilianischen Curitiba.

Der WWF hatte bei sechs Projekten geprüft, wie sich die Lebensumstände für die Menschen einer Region verbessern und gleichzeitig gefährdete Tiere schützen lassen. Gelungen sei dies zum Beispiel in Costa Rica: Dort hätten lebende Meeresschildkröten für die Bevölkerung inzwischen einen größeren Wert als ihr Fleisch und ihre Eier, erklärte der WWF-Experte. Die Einwohner profitierten vom Ökotourismus, der in den vergangenen 30 Jahren stetig zugenommen habe.

Auf den Erhalt der Wälder zum Nutzen für Mensch und Tier ziele ein Projekt in Nepal ab. Der WWF habe dort die Bildung von Waldnutzungsgruppen initiiert. Jede Gruppe pachte eine durchschnittlich 140 Hektar große Waldfläche. Die mit Feuerholz, Futter und Bauholz erwirtschafteten Gewinne von durchschnittlich 3 500 Euro im Jahr werden der WWF-Studie nach an die Mitglieder der Gruppe verteilt. Dabei werde nur so viel Holz entnommen, wie nachwachsen könne. Der Wald gewinne so für die Menschen an Wert, es gebe weniger Wilderei und unkontrollierten Kahlschlag. Das nutze den Gemeinden vor Ort - und gleichzeitig auch gefährdeten Tieren wie dem Königstiger.

Derzeit stehen dem WWF zufolge mehr als 15 500 Arten auf der Roten Liste vom Aussterben bedrohter Arten. Jede fünfte Säugetierart gilt als bedroht, bei den Amphibien sogar fast jede dritte. Naturschutzvorhaben müssten endlich als konkrete Maßnahmen der Entwicklungszusammenarbeit begriffen und in das Portfolio der Entwicklungspolitik aufgenommen werden, forderte Melisch. Von der Konferenz erwarte der WWF wirksame Maßnahmen gegen den Rückgang der weltweiten biologischen Vielfalt und deren ausreichende Finanzierung sowie die dauerhafte Sicherung von Schutzgebieten.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%