Forschung + Innovation
UN rufen zu Klonverbot auf

Nach jahrelangem Ringen hat die UN-Vollversammlung einen von den USA forcierten Aufruf zu einem umfassenden aber unverbindlichen Klonverbot angenommen.

dpa NEW YORK. Nach jahrelangem Ringen hat die UN-Vollversammlung einen von den USA forcierten Aufruf zu einem umfassenden aber unverbindlichen Klonverbot angenommen.

Mit der entsprechenden Resolution, die für niemanden rechtlich bindend ist, scheiterten am Dienstag vorerst alle Versuche Deutschlands, Frankreichs und anderer Staaten, das Klonen zur Erzeugung von Babys durch eine völkerrechtlich bindende Konvention international verbieten zu lassen.

Für die Anti-Klon-Resolution stimmten 84 Staaten, 34 votierten mit Nein, 37 enthielten sich der Stimme. Sofort geriet die Resolution unter Beschuss. „Sie ist ein schwaches, zu nichts verpflichtendes politisches Statement“, sagte der britische UN- Botschafter Sir Emyr Jones Parry. Großbritannien werde, wie viele andere Staaten auch, die Stammzellenforschung und das therapeutische Klonen für medizinische Zwecke unbeirrt fortsetzen.

Mit der Resolution werden die Regierungen aller Staaten aufgerufen, durch ihre nationale Gesetzgebung beide Formen des Klonens zu unterbinden - sowohl das reproduktive als auch das therapeutische. Kritiker der Resolution wiesen darauf hin, dass sie - anders als dies bei dem von Berlin und Paris angestrebten weltweiten Vertrag der Fall gewesen wäre - dem Menschenklonen keinen effektiven juristischen Riegel vorschiebt.

Südkorea - wo Forscher erstmals weltweit einen menschlichen Embryo klonten und daraus Stammzellen entnahmen - stimmte gegen die Vorlage. Die UN-Empfehlung sei „vage und umstritten“, sagte ein Beamter des Gesundheitsministeriums in Seoul. Umstritten sei sie deshalb, weil keine breite Übereinstimmung erzielt worden sei. In Südkorea erlaubt ein neues Bioethik-Gesetz die Herstellung von embryonalen Stammzellen zur medizinischen Forschung unter streng kontrollierten und begrenzten Bedingungen. Dagegen ist das Klonen von Menschen sowie die Stammzellforschung für kommerzielle Zwecke verboten.

Nach Einschätzung von Beobachtern in New York war den Befürwortern der Deklaration vor allem daran gelegen, ein politisches Signal gegen alle Formen des Klonens zu setzen. Ungeachtet der von Washington unterstützten Resolution können jedoch auch amerikanische Firmen ihre Klonprojekte fortsetzen, da es in den USA keine nationale Gesetzgebung dagegen gibt.

In Deutschland hingegen sind beide Klonformen bereits verboten. Angesichts dessen sei der Bundesrepublik auch nichts weiter übrig geblieben, als der UN-Resolution „zähneknirschend“ zuzustimmen, hieß es in UN-Kreisen.

Viele andere Industriestaaten votierten mit Nein, darunter Großbritannien, Frankreich, Japan, Dänemark, Spanien und Schweden. Auch zahlreiche asiatische Länder - unter ihnen China, Indien und Singapur - lehnten die Resolution ab. Im Verhandlungsprozess hatte zwar weitgehend Übereinstimmung darin bestanden, dass das reproduktive Klonen zum Herstellen von Babys unterbunden werden soll. Jedoch lehnten die USA und ihre Unterstützer - darunter katholische Länder wie Polen und Costa Rica sowie islamische Staaten wie Saudi-Arabien und Sudan - eine verbindliche Konvention ab, die das therapeutische Klonen ausgeklammert hätte.

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