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Unbekannter legt Mammutstoßzahn vor Museum ab

Ein wertvoller Mammutstoßzahn direkt vor der Tür des naturhistorischen Museums im niederländischen Denekamp hat dort für Aufsehen gesorgt. Als ein Museumsmitarbeiter vor drei Wochen morgens zur Arbeit kam, lag vor dem Eingang ein 1,12 Meter langer Mammutstoßzahn.

dpa DENEKAMP/MüNSTER. Ein wertvoller Mammutstoßzahn direkt vor der Tür des naturhistorischen Museums im niederländischen Denekamp hat dort für Aufsehen gesorgt. Als ein Museumsmitarbeiter vor drei Wochen morgens zur Arbeit kam, lag vor dem Eingang ein 1,12 Meter langer Mammutstoßzahn.

„Eine sehr schöne, aber auch rätselhafte Entdeckung“, sagte Direktor Dick Schlüter am Dienstag. Denn wer das 14 000 Jahre alte Fossil vor dem Museum nahe der Grenze zu Niedersachsen abgelegt hat, ist immer noch nicht geklärt.

Schlüter vermutet, dass es ein Bauunternehmer war. „Höchstwahrscheinlich ist er bei Bauarbeiten auf den Mammutstoßzahn gestoßen und befürchtet, wenn sein Name bekannt wird, dass die Behörden einen Baustopp verhängen, um nach weiteren möglichen Fossilien zu suchen“, sagte der 49-Jährige. „Denn normalerweise freut sich jeder Spender, wenn er namentlich in Erscheinung treten kann.“ Da das Museum im Euregio-Gebiet und nur fünf Kilometer von der niedersächsischen Grenze entfernt liegt, könne der „mysteriöse Geber“ auch ein Deutscher sein, sagte Schlüter.

Zur Zeit wird das ungewöhnliche Fundstück im Geologisch-Paläontologischen Museum der Universität Münster konserviert. „Das fossile Elfenbein wird ein paar Wochen lang ein Kunstharz-Bad nehmen, damit es durch den Feuchtigkeitsaustausch mit der Luft nicht porös wird und zerbröselt“, sagte Museumsmitarbeiter Markus Bertling. Dass der Mammutstoßzahn aus dem Münsterland oder Norddeutschland stamme, sei durchaus wahrscheinlich. „Mammuts waren Eiszeittiere, die in Herden auch durch unsere Region gezogen sind“, sagte Bertling.

Trotz großer Freude über die unverhoffte Errungenschaft ist Direktor Dick Schlüter ein wenig betrübt. „Solange wir nicht wissen, wo und unter welchen Umständen der Mammutstoßzahn gefunden wurde, bleibt sein wissenschaftlicher Wert gering“, sagte Schlüter. Für die Sammlung des Museums sei das Fossil, das mit einem Durchmesser von 40 Zentimetern auf ein ausgewachsenes Mammut hinweise, ein einmaliges Exponat. „Meist werden nur Stoßzahn-Fragmente dieser ausgestorbenen Wollhaarelefanten gefunden, ein Zahn in dieser Länge und Vollkommenheit ist sehr, sehr selten“, sagte Schlüter.

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