Unfallforschung
Im Labor der Crash-Detektive

Ein Crash auf der Straße – und ihre Arbeit beginnt: Unfallforscher aus Hannover dokumentieren seit 40 Jahren Unfälle in Niedersachsen. Ihre Erkenntnisse helfen, Sicherheitsstandards für den Verkehr zu verbessern.
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  HannoverWenn es in der Stadt, auf der Landstraße oder auf der Autobahn kracht, sind sie zur Stelle. Die Unfallforscher der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) analysieren seit 40 Jahren in Niedersachsen Verkehrsunfälle im Auftrag der Bundesregierung.

Häufig ist das dreiköpfige Team schon zehn Minuten nach dem Alarm der Polizei-Einsatzzentrale an der Unglücksstelle. Hier fotografieren und vermessen zwei Techniker die Autos, Schäden und Spuren. Ein Mitarbeiter befragt Verletzte. Bis zu 3000 technische und medizinische Daten sammeln die Wissenschaftler pro Crash, allein in der Region Hannover rücken sie rund 1000 Mal im Jahr aus.

„Wir haben für die Sicherheit im Straßenverkehr viele Impulse gegeben“, sagt der Leiter der MHH-Unfallforschung, Dietmar Otte. Als Erfolg verbucht der Fahrzeugingenieur und Biomechaniker etwa die Mitentwicklung von Schutzhelm und -kleidung für Motorradfahrer. Was heute Standard ist, brachte in den 1970er und 1980er Jahren Helm-Gegner auf die Barrikaden.

„Unser Schutzanzug wurde als Ritterrüstung verhöhnt. Als es dann später um den Radhelm ging, wurden wir in Briefen beschimpft“, erinnert sich Otte. Die Schutzwirkung des Radhelms sei jetzt mit Studien belegt.

Annähernd 30.000 Unfälle mit 56.000 Fahrzeugen und 40.000 Verletzten haben die Unfallforscher in den vergangenen 40 Jahren erfasst. 130.000 einzelne Verletzungen listen sie in der Datenbank des nach Angaben des Bundesamtes für Straßenwesen bundesweit einmaligen Projekts GIDAS (German In-Depth Accident Study) auf. Seit 1999 ist ein zweites Team im Raum Dresden mit dabei, das ebenfalls 1000 Crashs jährlich untersucht. Die Daten werden repräsentativ für Deutschland aufbereitet.

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Die Forschung am Ort ist ein großer Vorteil

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