Ungewöhnliches Fossil Meeresmonster mit Babybauch

Mit seinem langen Hals und den scharfen Zähnen muss der Meeressaurier Dinocephalosaurus einst ein furchterregender Anblick gewesen sein. Forscher interessieren sich heute aber eher für den Bauch des Urzeitwesens.
Das Urzeitwesen brachte seine Jungen offenbar lebend zur Welt.
Dinocephalosaurus

Das Urzeitwesen brachte seine Jungen offenbar lebend zur Welt.

HefeiEinige frühe Verwandte heutiger Vögel und Krokodile gebaren ihre Jungen offenbar lebend. Das zeigt ein etwa 245 Millionen Jahre altes Fossil eines schwangeren Meeresreptils. Bislang hatten Experten angenommen, dass alle Vertreter der sogenannten Archosauromorpha Eier legten, berichtet ein internationales Forscherteam im Fachblatt „Nature Communications“.

Das Fossil hatten Wissenschaftler bereits 2008 im Süden Chinas freigelegt. „Wir waren so aufgeregt, als wir das embryonale Exemplar vor einigen Jahren erstmals sahen, aber wir waren nicht sicher, ob es sich dabei um die letzte Mahlzeit der Mutter oder um ihr ungeborenes Baby handelte“, sagt Jun Liu von der Hefei University of Technology in China.

Nach genaueren Untersuchungen sind die Forscher jetzt überzeugt, dass es sich tatsächlich um ein Junges handelt, das im Leib eines weiblichen Dinocephalosaurus heranwuchs. Vertreter dieser Gruppe schwammen im Mittleren Trias durch die Meere des südlichen China.

Der böse Onkel des T. rex
Lythronax argestes
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Er war acht Meter lang, zweieinhalb Tonnen schwer und hatte ein riesiges Maul voller scharfer Zähne – der neu entdeckte Verwandte des berühmten Tyrannosaurus rex. Lythronax argestes, so der Name der furchterregenden Riesenechse, lebte vor etwa 80 Millionen Jahren in Laramidia, einer Landmasse an der Westküste Nordamerikas.

Lythronax argestes, Mark Loewen
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Mark Loewen vom Natural History Museum of Utah entdeckte die neue Dino-Art im Grand Staircase-Escalante National Monument. Sein Team grub im Jahr 2009 Knochen von Schädel, Hüfte, Beinen und Schwanz des Dinosauriers aus.

Lythronax Argestes
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Lythronax sei der älteste Vertreter aus der Familie der Tyrannosauridae, der bisher entdeckt wurde, schreiben die Forscher im  Fachmagazin „PLOS ONE“. T. rex zum Beispiel lebte etwa zehn bis zwölf Millionen Jahre später.

Lythronax Argestes
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Wie viele seiner Verwandten hatte Lythronax sehr kurze Arme. Auffällig sind zudem seine kurze und eher schmale Schnauze sowie der breite Hinterschädel. Die Augen von Lythronax waren nach vorne gerichtet. Er hatte dadurch ein überlappendes Sichtfeld, was für einen Räuber sehr hilfreich war, wie Loewen erläutert. Bisher hatten Experten angenommen, dass diese Kopfform erst zehn Millionen Jahre später entstanden war.

Lythronax Argestes
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Durch den Vergleich mit 54 anderen Arten von fleischfressenden Dinosauriern fanden die Forscher heraus, dass Lythronax am nächsten mit T. rex und mit Tarbosaurus bataar verwandt ist. Sie gehen davon aus, dass sich die Tyrannosauridae schon in der Zeit vor 80 Millionen Jahren in verschiedene Arten aufgespaltet hatten.

Lythronax Argestes
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Damals war der nordamerikanische Kontinent von Nord nach Süd durch ein Meer geteilt, auch Teile der dadurch entstandenen westlichen Landmasse Laramidia lagen wohl für lange Zeit unter Wasser. Einzelne Regionen waren dadurch voneinander isoliert und erlaubten eine unabhängige Entwicklung der Tyrannosauridae. Eine Folge davon war, dass im südlichen Laramidia andere Arten lebten als im Norden der Landmasse - und zwar innerhalb der gleichen Dinosaurier-Gruppen.

Lythronax argestes, Grand Staircase-Escalante National Monument
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Die Fundstelle des neu entdeckten Raubsauriers dürfte nach Einschätzung der Forscher noch zahlreiche weitere Dinosaurier-Überreste birgt. Scott Sampson, Ko-Autor der Studie, bezeichnete das Gebiet als noch „weitgehend unerforschten Dinosaurier-Friedhof“.

Ihren außergewöhnlich langen Hals schwenkten sie wohl auf der Jagd nach Fischen von Seite zu Seite. Sie gehören zur Gruppe der Archosauromorpha, von denen bis heute die Krokodile und Vögel überdauert haben.

Für die Annahme, dass es sich bei dem Fossil um ein Muttertier mit Embryo handelt, spreche die Tatsache, dass der kleine Körper vollständig vom großen umschlossen ist. Eine Überlagerung durch ein anderes Tier sei somit ausgeschlossen.

Zudem weist der Kopf des Embryos nach vorne. Beute wurde bei diesen wasserlebenden Tieren jedoch normalerweise mit dem Kopf voran verschlungen und auch so verdaut. Schließlich liegt der Embryo in einer klassischen Embryonalhaltung im Körper der Mutter – mit dem Kopf in Richtung Brustkorb gebeugt.

Keine Hinweise auf Eier
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