Universität Würzburg
Natürliche Waffen gegen Raupenbefall entdeckt

In der Schädlingsbekämpfung hat der Würzburger Forscher Jürgen Trautz einen Weg gefunden, mit dem möglicherweise weniger Insektizide versprüht werden könnten. Bei seinen Untersuchungen ist er auf ganz natürliche Schädlingsbekämpfer gestoßen, die Raupen das Leben schwer machen.

HB WÜRZBURG. Bienen taugen als Schädlingsbekämpfer und halten Raupen von ausuferndem Blattfraß ab. Das haben Wissenschaftler um Professor Jürgen Tautz von der Universität Würzburg entdeckt. Die Ergebnisse sind im Journal „Current Biology“ (Bd. 18, Nr. 24) beschrieben.

Viele Schmetterlingsraupen - auch schädliche - haben Tautz zufolge Angst vor Wespen. Mit ihren feinen Sinneshärchen würden sie frühzeitig den Flügelschlag der heranfliegenden Feinde bemerken und könnten daraufhin in Deckung gehen. Die Raupen bleiben den Angaben zufolge entweder regungslos auf der Pflanze sitzen, an der sie gerade knabbern, oder sie lassen sich zur Sicherheit von den Blättern fallen.

In einem Versuch fanden die Wissenschaftler heraus, dass die Raupen nicht zwischen Bienen und Wespen unterscheiden können und auch auf den Flügelschlag der für sie harmlosen Bienen reagieren. Die Forscher legten zwei Gärten an und setzen dieselbe Anzahl Raupen hinein. In einem Garten ließen sie dann wochenlang Bienen fliegen. „Die Vernichtung der Blattfläche war um etwa 70 Prozent reduziert“, erläutert Tautz die Forschungsergebnisse.

Die Biologen zeigten, dass bei fortwährendem Bienenflug, wie er zum Beispiel in einem blühenden Obstbaum auftritt, die Raupen dauerhaft gestresst sind. Daher fressen sie weniger. Tautz will nun testen, ob sich die Bienen auch als Schädlingsbekämpfer auf großer Fläche eignen. So soll ein Feld angelegt werden, auf dem sich Blumenreihen mit Nutzgemüse abwechseln.

„Hier wird interessant sein zu sehen, ob weniger Gemüse vernichtet wird“, sagt der Biologe. Sollte dies der Fall sein, könnten die Bienen im Frühling als natürliche Schädlingsbekämpfer eingesetzt werden. Da müssten womöglich weniger Insektizide versprüht werden, sagt Tautz.

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