Unnötige Prostata-Biopsien gefährden Patienten
Verbesserte Diagnostik erspart Gewebetests

Ein stark erhöhter Blutwert für PSA, das prostataspezifische Antigen, ist ein relativ zuverlässiges diagnostisches Merkmal für Prostatakrebs. Bei mäßig erhöhten PSA-Werten ist es aber sinnvoll, zusätzliche Kriterien zu berücksichtigen, bevor eine Gewebeprobe für eine endgültige Diagnose entnommen wird.

HB/wsa HAMBURG. Solche Zusatzinformationen könnten die Zahl der unnötigen Prostatabiopsien um 24 % verringern, berichten amerikanische Wissenschaftler in einem Online-Bericht des Fachblatts „Cancer“.

„Drei von vier Männern, bei denen nach einem PSA-Screening eine Prostatabiopsie vorgenommen wurde, haben überhaupt keinen Krebs“, sagt Studienleiter Mark Garzotto von der Oregon Health & Science University in Portland. Seine Empfehlungen für eine verbesserte Diagnostik beziehen sich auf Patienten, deren PSA-Werte zwischen vier und zehn Nanogramm pro Milliliter liegen. In diesen Fällen sei eine Krebsdiagnose mit großer Unsicherheit verbunden.

Die Zuverlässigkeit der Diagnostik lässt sich durch die Ergebnisse weiterer Untersuchungen wesentlich verbessern. Dazu gehört die Bestimmung der PSA-Dichte, das rektale Abtasten der Prostata und ein Ultraschallbefund. Zudem spielt das Alter des Patienten eine wichtige Rolle. Liegen die zusätzlichen Befunde alle im Normalbereich und ist der Patient jünger als 75 Jahre, beträgt die Wahrscheinlichkeit eines positiven Krebsbefundes nach Biopsie weniger als 5 %. Im anderen Fall steigt dieser Wert auf bis zu 60 % an.

Unnötige Prostatabiopsien bedeuten nicht nur eine Belastung und Gefährdung für die Patienten, sie stellen auch vermeidbare zusätzliche Kosten für das Gesundheitssystem dar. Prostatakrebs ist die häufigste Krebsform bei Männern. Etwa jeder sechste Mann erkrankt im Laufe seines Lebens daran.

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