Unternehmen forschen mit Hochdruck
Suche nach Impfstoff gegen Vogelgrippe

Die Furcht vor einer drohenden Vogelgrippe in Europa wächst. Am vergangenen Montag starb ein weiterer Mensch an der Krankheit – damit stieg die Zahl der Todesopfer seit Juli auf sechs. Die Zeit drängt, viele Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an der Entwicklung eines Impfstoffes, der im Falle einer weltweiten Grippeepidemie, einer Pandemie, die Menschen schützen soll.

DÜSSELDORF. Dabei entwickeln die Forscher zunächst lediglich einen Virus-Prototypen als Impfstoff. Denn den eigentlichen Impfstoff können sie erst dann zusammenstellen, wenn das gefährliche Pandemievirus vorliegt, das sich vermutlich aus dem Vogelgrippevirus ableiten wird. Und dieses verändert sich bekanntlich stetig, mutiert, infiziert derzeit vor allem Vögel und Schweine, und wird eines Tages, in neuer Form, auch den Menschen angreifen. Bislang kann das Vogelgrippevirus H5N1 zwar Menschen infizieren, diese jedoch können das Virus nicht an andere Menschen weitergeben. Noch nicht. Ein Muster soll nun dafür sorgen, dass die Entwicklungszeit des neuen Grippeimpfstoffes im Ernstfall deutlich reduziert wird.

„Der Prototyp ist eine wichtige Grundlage“, bestätigt Susanne Stöcker, Pressesprecherin des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI), das zuständig ist für die Zulassung von Impfstoffen. Dabei solle bei der Festlegung des Impfstoffes so wenig Virus wie möglich verwendet werden, damit die Ressourcen reichen, um schnell möglichst viele Menschen impfen zu können. Sobald dann der Pandemievirusstamm vorliegt, müsse er nur noch in den Prototypen reingearbeitet werden, was im günstigsten Fall sechs bis acht Wochen dauere, erläutert Stöcker.

Im Gegensatz zum konventionellen Grippeimpfstoff würden hierbei nicht drei verschiedene Virusstämme verwendet werden, sondern nur ein einziger, der gefährliche Pandemievirus. PEI-Präsident Johannes Löwer ist zuversichtlich, dass bereits in diesem Jahr die erste Firma einen Zulassungsantrag für einen derartigen Prototypen einreichen wird.

Experten rechnen damit, dass die drohende Vogelgrippepandemie in mehreren Wellen um die Welt gehen wird. In einer ersten Welle wird der Impfstoff vermutlich noch nicht zur Verfügung stehen – deshalb müssen die Menschen in diesem Fall auf antivirale Medikamente wie etwa „Tamiflu“ von Roche zurückgreifen. In einer zweiten Welle, so hoffen die Forscher, könnte allerdings der neu entwickelte Impfstoff bereits auf dem Markt sein.

Bei der Entwicklung eines Grippeimpfstoffes setzen Pharmaunternehmen verstärkt auf das so genannte Zellkulturverfahren. Bislang werden Impfstoffe mit Hilfe von speziellen Hühnereiern entwickelt: Die Impfviren werden in Hühnereiern gezüchtet und vermehrt, denn dort fühlen sie sich ausgesprochen wohl. Dieses Verfahren dauert etwa sechs Monate – zu lange für den Ernstfall.

Seite 1:

Suche nach Impfstoff gegen Vogelgrippe

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%