Untersuchungen am schlagenden Herz möglich
Innerhalb von fünf Sekunden kann man aufs Herz blicken

In der Formel-1 der Medizintechnik liefern sich die Hersteller von Computertomographen auch mit der neuen Gerätegeneration ein spannendes Kopf-an-Kopf- Rennen. Bei den Rotationsgeschwindigkeiten liegen die Geräte von General Electric Healthcare (GE), Philips, Siemens und Toshiba nur um wenige Hundertstelsekunden auseinander.

HB DÜSSELDORF. Auch bei den anderen Leistungsdaten wie der Auflösung oder Strahlenbelastung sind die Unterschiede so gering, dass der Markterfolg künftig vor allem über den Preis entschieden wird.

Die neuen Computertomographen (CT), die so genannten 64-Zeiler, sind nicht nur schneller, sondern liefern auch mehr Daten als ihre Vorgänger. Die Systeme nehmen pro Umdrehung 64 Bilder des Körpers auf – viermal mehr als die Vorgängergeneration der 16-Zeiler. Die Röntgenkamera rast mit einer Geschwindigkeit von etwa drei Umdrehungen pro Sekunde spiralförmig um den Körper und scannt einen Abschnitt von bis zu vier Zentimetern pro Umdrehung. Die Aufnahme des kompletten Herzens dauert so nur noch etwa fünf Sekunden.

„Der Hauptvorteil der neuen Technik besteht darin, dass Untersuchungen am schlagenden Herzen nun mit weniger Störungen bei der Bildqualität möglich werden“, sagt Friedrich Knollmann, Oberarzt an der Klinik für Strahlenheilkunde der Berliner Charité Virchow. Das bewegte Herz könne jetzt mit all seinen Blutgefäßen hochauflösend dargestellt werden. Mit spezieller Software werden die Daten so aufbereitet, dass der Arzt bei einem virtuellen Flug durch die Herzkranzgefäße Details besser erkennen kann. „Wir können nun Kalkablagerungen, Verengungen der Herzkranzgefäße und so genannte weiche Plaques sichtbar machen“, sagt der Berliner Radiologe.

Bei der Generierung der Röntgenbilder gehen die CT-Hersteller unterschiedlich vor: Während General Electric, Toshiba und Philips mit 64 Zeilendektektoren arbeiten, verwendet Siemens Medical Solutions nur 32 Detektoren. Jede Schicht wird beim Siemens-Gerät jedoch von zwei Röntgenstrahlen getroffen, so dass pro Schicht zwei Bilder aufgenommen werden. So entstehen insgesamt ebenfalls 64 Bilder pro Umdrehung. Da pro Detektorschicht zwei Bilder generiert werden, ist hier jedoch die Auflösung höher als bei den vergleichbaren CTs – es können mehr Details und kleinere Gefäße dargestellt werden.

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