Forschung + Innovation
Unterwasser-Zensus fischt 13 000 neue Arten aus den Weltmeeren

Eine internationale „Volkszählung“ der Lebewesen unter Wasser hat in diesem Jahr rund 13 000 neue Arten aus den Weltmeeren gefischt. Bis zum Abschluss des Projekts im Jahr 2010 glauben die rund 1 000 beteiligten Biologen aus 70 Ländern, bis zu zwei Mill.

dpa NEW YORK. Eine internationale „Volkszählung“ der Lebewesen unter Wasser hat in diesem Jahr rund 13 000 neue Arten aus den Weltmeeren gefischt. Bis zum Abschluss des Projekts im Jahr 2010 glauben die rund 1 000 beteiligten Biologen aus 70 Ländern, bis zu zwei Mill. bisher unbekannter Mikroben, Fische und möglicherweise sogar Säugetiere in Flüssen und Meeren entdecken zu können.

„Bisher haben wir kaum die Oberfläche abgeschöpft“, erklärte einer der leitenden Forscher des Ocean Biographic Information System (Obis), Frederick Grassle von der Rutgers Universität in New Jersey. „Die Menschheit hat weniger als fünf Prozent der Weltmeere erkundet, und selbst dort, wo wir geforscht haben, haben wir wahrscheinlich viel winziges Leben übersehen.“

Obis-Forscher erlaubten am Dienstag über das Internet-Portal www.coml.org einen ersten Einblick in ihre angereicherte Datenbank. Offiziell sollen die Ergebnisse erst am kommenden Montag (29. November) in Hamburg vorgestellt werden. „Wir leben auf einem Planeten, der zu 70 Prozent aus Wasser besteht. Aber wir wissen weniger über den Boden unserer Meere als über den entferntesten Winkel des Mondes“, sagte Projektleiter Ron D'Or von der Halhousie Universität in Halifax (Kanada).

Derzeit wird die Zahl der Arten im Salzwasser auf etwa 230 000 geschätzt. Erst kürzlich fanden Biologen vor der Küste von Südafrika 400 neue Arten. Andere Teams, die sich auf Unterwassergebirge in der Mitte des Atlantiks konzentrieren, stießen auf bislang unbekannte Tintenfische und andere Tiefseespezies. Laut Obis werden jede Woche im Durchschnitt zwei neue Fischarten entdeckt, dazu ein Vielfaches an Plankton- und Mikrobenspezies.

„Die Chance, einen neuen Fisch in 2000 Metern Tiefe zu finden, ist 50 Mal größer als die, entsprechenden Erfolg an oder nahe der Oberfläche zu haben“, führte D'Or weiter aus. Bisher mache die Suche in 2000 Metern Tiefe gerade 0,1 Prozent aller aus dem Meer entnommenen Proben aus.

Ziel des internationalen Projekts ist eine dreidimensionale Karte mit Detailinformationen über das Artenreichtum der Weltmeere, seine Verteilung und die Wanderungsbewegungen rund um den Globus.

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