Urzeitliche Nahrungsvorlieben Neandertaler auf Mittelmeerdiät

Fleisch war für viele Neandertaler die Hauptnahrung – doch offenbar nicht für alle: In einer spanischen Höhle haben Forscher Knochen der Urzeitmenschen entdeckt, die auf eine leichtere Kost schließen lassen.
Oberkiefer eines Neandertalers: Aus dem Zahnstein konnten die Forscher Rückschlüsse auf die Ernährung des Individuums ableiten. (Foto: Paleoanthropology Group MNCN-CSIC)
Urzeitlicher Zahnbefund

Oberkiefer eines Neandertalers: Aus dem Zahnstein konnten die Forscher Rückschlüsse auf die Ernährung des Individuums ableiten. (Foto: Paleoanthropology Group MNCN-CSIC)

HeidelbergDer Befund klingt wie ein Klischee: Im Norden bevorzugte man Fleisch, weiter im Süden bereicherten auch Pflanzen stark den Speiseplan. Das zumindest lesen Anthropologen um Laura Weyrich von der University of Adelaide aus dem Zahnstein von insgesamt fünf Neandertalern in Belgien und Spanien heraus.

In dem ausgehärteten Material fanden die Forscher DNA-Spuren, aus denen sie die jeweilige Nahrungsquelle ableiteten. Zumindest die Bewohner der belgischen Spy-Höhle bevorzugten demnach extrem fleischlastige Kost: In ihren Plaques konnten die Forscher Spuren von Wollnashörnern und Mufflons nachweisen, Hinweise auf Pflanzen entdeckten sie dagegen nicht.

Der Zwergmensch von Flores
Hobbit von Flores
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Nachbildung eines Schädels des Zwergmenschen von Flores. Neue Funde belegen jetzt: Der Hobbit war eine eigene menschliche Spezies.

Hobbit-Schädel (M.) aus der Liang-Bua-Höhle
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In Liang Bua waren 2003 erstmals Überreste des Zwergmenschen gefunden worden.

Gesichtsrekonstruktion
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Aus den Schädelfunden haben Forscher den Kopf des Hobbits rekonstruiert.

Zwergmensch von Flores
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So könnte der Hobbit einst ausgesehen haben.

Mata Menge
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Luftbildaufnahme von Mata Menge auf der indonesischen Insel Flores. Hier entdeckten Forscher jetzt noch ältere Überreste des Zwergmenschen Homo floresiensis.

Unterkiefer-Fragment
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Zu den jetzt vorgestellten Fossilien zählen ein Unterkiefer-Fragment...

Zahn
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...sowie mehrere Zähne. Die Überreste stammen von mindestens einem Erwachsenen und zwei Kindern.

Dazu passen weitere Knochenfunde im Umfeld der Neandertalerkiefer, die erlegten großen Pflanzenfressern zugeordnet werden konnten. Frühere Untersuchungen in einer weiteren Höhle in Belgien deuten zudem darauf hin, dass Neandertaler nicht vor dem Verzehr von Artgenossen zurückschreckten, wenn es der Hunger erforderte.

Völlig gegensätzlich scheinen sich da zumindest einige Neandertaler in der spanische Höhle El Sidrón ernährt zu haben. In ihrem Zahnstein fand sich zur Überraschung der Wissenschaftler überhaupt kein Beweis für Wildbret – obwohl die Neandertaler dieser Region bisher als sehr fleischaffin galten.

Stattdessen offenbarte sich eine reichhaltige Pflanzendiät. So delektierten sich diese Menschen unter anderem an Pilzen und Pinienkernen, die heute ebenso von Homo sapiens verzehrt werden. Ungewöhnlich ist hingegen, dass im Zahnstein auch Überreste von Moosen sowie Westlichen Balsampappeln auftauchten.

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