Urzeitliches Massensterben
Forscher enträtseln das größte Artensterben der Erdgeschichte

Es war dramatischste Massensterben in der Geschichte unseres Planeten. Vor 250 Millionen Jahren verschwanden innerhalb kurzer Zeit die meisten Arten von der Erde. Forscher sind der Ursache jetzt auf die Spur gekommen.
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WashingtonVor gut 250 Millionen Jahren wurde ein Großteil des Lebens auf der Erde vernichtet: Vulkane spuckten Lava und stießen Unmengen giftiger Gase aus, Brände zerstörten ausgedehnte Wälder, der Sauerstoffgehalt der Atmosphäre sank dramatisch. In einem Zeitraum von nur 200.000 Jahren starben daraufhin 70 Prozent aller Tier- und Pflanzenarten an Land und sogar 95 Prozent der Meeresbewohner aus.

Neue Erkenntnisse zu Ursachen und Ablauf des größten Massensterbens, das die Erde bislang erlebt hat, hat ein internationales Forscherteam jetzt im Fachmagazin „Science“ vorgestellt. Die Ergebnisse untermauern die These, wonach verheerende Vulkanausbrüche das Artensterben auslösten.

Shu-zhong Shen und seine Kollegen vom Institut für Geologie und Paläontologie in Nanjing untersuchten insgesamt 29 vulkanische Aschelagen aus verschiedenen Regionen in Südchina. Sie datierten die Proben mit der sogenannten Uran-Blei-Methode. Dabei wird der radioaktive Zerfall von Uran als Zeitmesser genutzt.

Die Untersuchungen lassen den Schluss zu, dass durch eine Folge heftiger Vulkanausbrüche im heutigen Russland große Mengen von Kohlendioxid und Methan freigesetzt wurden. Der Sauerstoffgehalt sank dadurch deutlich, zudem gelangten riesige Mengen sulfathaltiger Schwebeteilchen in die Atmosphäre.

Dadurch veränderte sich das Klima rapide. Es wurde heißer und trockener, Brände entstanden und zerstörten ganze Landstriche. Durch den Verlust der Wälder kam es zu Verwitterungen, die Böden erodierten.

Die Untersuchung ergab zudem, dass das Massensterben vor genau 252,28 Millionen Jahren einsetzte und dass dabei zeitgleich und sehr schnell ein Großteil des marinen und des terrestrischen Lebens vernichtet wurde. Das Artensterben dauerte insgesamt nicht länger als 200.000 Jahre, die meisten Arten verschwanden jedoch bereits innerhalb von nur 20.000 Jahren.

Im Lauf der Erdgeschichte kam es fünf Mal zu einem großen Massensterben. Dazu zählt auch dasjenige, das vor rund 65 Millionen Jahren zur Vernichtung der Dinosaurier führte. Das Massensterben vor rund 250 Millionen Jahren war jedoch bisherigen Untersuchungen zufolge das verheerendste in der Geschichte unseres Planeten.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Urzeitliches Massensterben: Forscher enträtseln das größte Artensterben der Erdgeschichte"

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  • Treffen sich zwei Planeten im Weltraum, so fragt der Eine:"Wie geht es dir?" klagt der Andere:"Nicht besonders, ich habe homo sapiens!" Tröstend der Eine:"Das kenne ich, geht schnell wieder vorbei."

  • Nunja, die in dem Artikel beschriebenen Untersuchungsergebnisse sind keine wirklich neuen Erkenntnisse, bestenfalls anders dargestellt.

  • Darf ich die lieben Vorkommentatoren daran erinnern, daß es sich bei dieser Meldung um eine vom Pekinger Volkskommitee eingeschleuste Nachricht handeln könnte, die eine gezielte Propaganda gegen Russland darstellt?
    Chinesische Wissenschaftler in der Unterwanderung von "Science" tätig.

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