Urzeitwesen: Vulkane machten Dinos zu Herrschern der Erde

Urzeitwesen
Vulkane machten Dinos zu Herrschern der Erde

Über das Ende der Dinosaurier herrscht mittlerweile Einigkeit unter den Wissenschaftlern. Jetzt haben US-Forscher untersucht, was den Aufstieg der Riesenechsen vor mehr als 200 Millionen Jahren begünstigte.
  • 5

BerlinDie Vorherrschaft der Dinosaurier während des Erdmittelalters vor 200 Millionen Jahren hatte ihren Ursprung offenbar in gigantischen Vulkanausbrüchen. Wie US-Forscher im Magazin „Science“ berichten, lösten die gewaltigen Eruptionen einen Klimawandel aus, dem viele Tier- und Pflanzenarten zum Opfer fielen. Das Massensterben machte den Weg frei für den Siegeszug der Riesenechsen.

Für ihre Studie untersuchten die Wissenschaftler um Paul Olsen von der New Yorker Columbia University Basalt, ein Vulkangestein. aus unterschiedlichen Erdteilen - von Nordamerika bis Nordafrika. Durch Untersuchung des Verfalls von Uran-Isotopen in dem Gestein ließen sich genaue Daten über den Ausbruch gewinnen.

Die Fehlermarge bei der Datierung der Eruptionen ließ sich so von vormals eine bis drei Millionen Jahren auf wenige tausend Jahre reduzieren - für die Zeitrechnung von Geologen ein Augenzwinkern. Die aus dem Basalt gewonnenen Daten ergaben einen engen zeitlichen Zusammenhang mit dem Massensterben der Arten. Offenbar verursachten die gewaltigen Mengen der ausgestoßenen Gase einen rasch fortschreitenden Klimawandel, dem sich viele Arten nicht anpassen konnten.

Ziemlich wasserdicht

Dadurch wurde der Weg frei für die Dinosaurier, die den Planeten für die nächsten 135 Millionen Jahre beherrschten, bevor sie ihrerseits ausgelöscht wurden. Nach den aktuellen Theorien war dafür entweder ein Meteoriteneinschlag oder eine erneute Zunahme von vulkanischen Eruptionen verantwortlich – möglicherweise auch eine Kombination von beidem.

Schon in den vergangenen Jahren hatten viele Wissenschaftler vermutet, dass das Massenaussterben am Ende des sogenannten Trias-Zeitalters zumindest teilweise von gigantischem Vulkanismus und dadurch verursachten Klimaveränderungen ausgelöst worden sein könnte. Allerdings waren die Forscher noch nicht in der Lage, die Ablagerungen aus Vulkaneruptionen in einen engen zeitlichen Zusammenhang mit dem Massensterben zu bringen.

Mit der neuen Untersuchung seien zwar noch nicht alle Fragen hinsichtlich des genauen Ablaufs des Massensterbens beantwortet, so Olsen. Jedoch sei die zeitliche Übereinstimmung mit den vulkanischen Aktivitäten „ziemlich wasserdicht“.

Thomas Trösch
Thomas Trösch
Handelsblatt / Redakteur Wissenschaft + Technik
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Urzeitwesen: Vulkane machten Dinos zu Herrschern der Erde"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • ja, das sagen die Klimaleugner....

  • @ALLE
    Das CO2 ist nicht schädlich und bewirkt auch keine Erwärmung!
    CO2 ist lebenswichtig. Da es sich hier um ein Kohlenstoff Gas handelt ist es für unsere kohlenstoffbasierendes Leben von existentieller Bedeutung!

  • Na ja, der durch den Menschen verursachte Eintrag von CO2 in der Atmosphäre macht nur einen Bruchteil dessen aus, was die damaligen Eruptionen verursachten.
    Es steht außer Frage, das der Mensch das Klima ändert und zwar kontinuierlich seit 10.000 Jahren.
    Sicher ist, dass das exzessive Umweltveränderungen hier schädlich sind.
    Weniger sicher ist, wie das Verhältnis von Klimaänderung und Anpassung aussieht. Umweltverschmutzung jedenfalls wird aktiv seit 50 Jahren reduziert, lange bevor Grüne auf den Plan traten. Und es ist noch nicht sicher, ob der erhöhte Druck des Umweltschutzes eher förderlich oder schädlich ist, weil er zu vielen übereilten Massnahmen geführt hat, die am Ende sogar schädlicher sein könnten für eine adäquate Anpassung.

    H.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%