US-Astronaut bricht Außeneinsatz ab
Kleiner Schnitt beendet Weltraumspaziergang

Eigentlich sollten die US-Astronauten Rick Mastracchio und Clay Anderson am Mittwoch die Internationale Raumstation ISS auf die Ankunft eines neuen Moduls vorbereiten. Doch dann gab es ein Problem mit einem Handschuh. Der Außeneinsatz musste abgebrochen werden.

HB HOUSTON. „Endeavour“-Astronaut Rick Mastracchio sei am Mittwoch wegen eines Schnitts in seinem Handschuh sofort zur Luftschleuse der Internationalen Raumstation ISS zurückgekehrt, teilte die US-Raumfahrtbehörde Nasa mit. Der Einsatz sei aus Vorsicht abgebrochen worden. Es habe keine unmittelbare Gefahr bestanden.

Mastracchio und sein Kollege Clay Anderson sollten ein Solar-Panel für die Ankunft der Raumfähre „Discovery“ im Oktober einrichten. Sie wollten zudem beim dritten Außeneinsatz seit dem Andocken der US-Raumfähre ein neues Kommunikationssystem installieren. Ein vierter Einsatz ist für Freitag angesetzt.

Bei der Mission der „Discovery“ im Oktober soll erstmals seit sechs Jahren ein neues Bauteil zur ISS gebracht werden. Dabei handelt es sich um ein Verbindungsstück zwischen einem europäischen und einem japanischen Forschungslabor, die im Dezember und im kommenden Jahr ins All geschickt werden sollen. Die Nasa hat für die noch ausstehenden mindestens elf Shuttle-Missionen lediglich drei Jahre Zeit, bis die Raumfähren außer Dienst gestellt werden. Am Freitag will die Behörde darüber entscheiden, ob vor dem Flug der „Discovery“ Änderungen nötig sind.

„Endeavour“ muss offenbar nicht im All repariert werden

Die Schäden am Hitzeschild der „Endeavour“ müssen unterdessen offenbar nicht mit einer riskanten Reparatur im All behoben werden. Die Nasa zeigte sich am Mittwoch nach intensiven Untersuchungen zuversichtlich, dass die aufwendige und gefährliche Reparatur in der Schwerelosigkeit vermieden werden kann. Thermische Analysen hätten ergeben, dass die „Endeavour“ sicher zur Erde zurückkehren könne, erklärte der Leiter der Mission, John Shannon.

Eine eventuelle Reparatur der beschädigten Stelle des Hitzeschilds, die nur schwer zu erreichen ist, würde die Astronauten vor große Herausforderungen stellen: Allein ihr Raumanzug für solche Außeneinsätze wiegt 136 Kilogramm. Darüber hinaus müssten die Astronauten rund 70 Kilogramm Werkzeug mitnehmen. Wenn dabei eines der Geräte gegen die Raumfähre stoßen sollte, wäre der zu erwartende Schaden noch weit größer. Alle Einsätze im freien All seien riskant, erklärte Shannon.

Sollte die Reparatur doch im All durchgeführt werden, könnte die „Endeavour“ nicht planmäßig am 22. August zur Erde zurückkehren. „Soweit ich es verstanden habe, stellt das für uns kein echtes Sicherheitsproblem dar“, sagte Kommandant Scott Kelly. An Bord gebe es deswegen keine große Sorge.

An einer kleinen Stelle des Hitzeschilds ist das Material so sehr beschädigt, dass nur noch ein dünner Filzstoff über der Bordwand aus Aluminium liegt. Die Kacheln des Hitzeschilds schützen die Raumfähre vor den hohen Temperaturen beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre. Ein ähnlicher Schaden hatte 2003 zum Absturz der Raumfähre „Columbia“ geführt - das Loch im Hitzeschild war damals aber wesentlich größer.

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