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US-Astronomen: Möglicher zehnter Planet hat einen Mond

Xena, der mögliche zehnte Planet unseres Sonnensystems, hat einen eigenen Mond. Das haben Beobachtungen mit dem größten optischen Teleskop der Welt auf Hawaii gezeigt.

dpa PASADENA. Xena, der mögliche zehnte Planet unseres Sonnensystems, hat einen eigenen Mond. Das haben Beobachtungen mit dem größten optischen Teleskop der Welt auf Hawaii gezeigt.

Der erst kürzlich entdeckte und nach einer TV-Heldin getaufte Xena wird demnach von einem etwa zehn Mal kleineren Brocken umkreist, wie das California Institute of Technology (Caltech) in Pasadena berichtete. Die Entdecker um Mike Brown nennen den Trabanten vorläufig Gabrielle - nach der Kumpanin der Fantasyamazone Xena.

Ob Xena, der offiziell die Bezeichnung 2003 Ub313 trägt, allerdings überhaupt ein Planet ist und den von seinen Entdeckern vergebenen Namen behält, entscheidet die Internationale Astronomische Union (IAU), vermutlich auf ihrer Vollversammlung im kommenden Jahr in Prag.

2003 Ub313 ist rund 100 Mal weiter von der Sonne entfernt als die Erde und hat einen geschätzten Durchmesser von 2 700 Kilometern. Damit ist er größer als der neunte Planet unseres Sonnensystems, Pluto, mit einem Durchmesser von knapp 2 300 Kilometern. Viele Astronomen bezweifeln allerding, dass der 1930 entdeckte Pluto heute noch den Planetenstatus zugestanden bekäme. Angesichts der steigenden Zahl von Entdeckungen in den Außenbezirken unseres Sonnensystems hat die IAU eine Arbeitsgruppe eingesetzt, um die Mindestanforderungen an einen Planeten zu definieren.

Mit weiteren Beobachtungen durch das „Hubble“-Weltraumteleskop wollen die Astronomen nun Gabrielles Umlaufzeit und damit Xenas Masse bestimmen. Wenn der vermeintliche Planet sehr massereich ist, wird ihn sein Begleiter relativ schnell umkreisen. Ist er leichter, umrundet ihn der Trabant langsamer, wie Brown erläuterte. „Das ist die einzige Möglichkeit, über die wir Xenas Masse bestimmen können. Und das funktioniert nur, weil er einen Mond hat.“

Einen wissenschaftlichen Bericht über die Entdeckung des Begleiters wollten die Forscher an diesem Montag beim Fachblatt „Astrophysical Journal Letters“ einreichen.

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