US-Forscher
"Joggen" förderte menschliche Evolution

Bereits vor etwa zwei Millionen Jahren drehten die ersten Jogger ihre Runden und trieben damit die Evolution maßgeblich voran. Allerdings ging es den Ur-Sportlern in der Savanne weniger um körperliche Ertüchtigung als ums Überleben.

dpa LONDON. Bereits vor etwa zwei Mill. Jahren drehten die ersten Jogger ihre Runden und trieben damit die Evolution maßgeblich voran. Allerdings ging es den Ur-Sportlern in der Savanne weniger um körperliche Ertüchtigung als ums Überleben.

Die Fähigkeit, ausdauernd zu laufen, habe es den Menschen vermutlich ermöglicht, Beutetiere bis zu deren Umfallen zu verfolgen oder sich nahe genug anzunähern, um sie mit Wurfgeschossen zu erlegen, berichten US-Forscher im britischen Fachblatt „Nature“ (Bd. 432, S. 345). Die proteinreichere Nahrung wiederum habe die Entwicklung des menschlichen Gehirns gefördert. Zudem habe das Joggen die Körpergestalt mitgeprägt.

„Das Rennen hat die menschliche Evolution entscheidend gestaltet. Das Rennen machte uns zu Menschen - zumindest im anatomischen Sinn“, meint Dennis Bramble von der Universität von Utah (Salt Lake City). Bislang hatten Evolutionsbiologen diese Fähigkeit als „Nebenprodukt“ der Entwicklung des aufrechten Ganges angesehen. Diese Annahme beruht darauf, dass der Mensch verglichen mit den meisten Vierfüßern ein eher schlechter Sprinter ist. Im für die Jagd wichtigen Ausdauerlauf hingegen könne sich der Mensch dem Vergleich durchaus stellen, schreiben Bramble und sein Kollege Daniel Lieberman von der Harvard Universität in Cambridge (US-Bundesstaat Massachusetts).

An Fossilien überprüften die Forscher, welche charakteristischen Merkmale während der Evolution das Laufen ermöglicht hatten. Dazu gehörte zum Beispiel die Entwicklung von langen, federartig arbeitenden Sehnen, die besonders Energie sparend seien. Eine verlängerte Achilles-Sehne am Fußgelenk etwa sei erst vor weniger als drei Mill. Jahren aufgetreten und bei den Australopithecinen noch nicht nachzuweisen. Diese gingen vermutlich bereits vor 4,4 Mill. Jahren auf zwei Beinen, rannten aber wohl nur selten. Längere Beine, die eine höhere Geschwindigkeit ermöglichten, seien spätestens mit dem Homo erectus vor 1,8 Mill. Jahren aufgetaucht.

Die höhere Belastung von Knochen und Gelenken durch das Laufen wiederum sei durch die Ausbildung einer größeren Gelenkoberfläche abgefangen worden, die sich ebenfalls in der Gattung Homo nachweisen lässt. Stärkere Muskeln sorgten für die Stabilisierung des Körpers beim Laufen. Und der Verlust der Körperbehaarung ermöglichte unter anderem eine bessere Regulation der Körpertemperatur.

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