US-Raumfähre „Atlantis“
Gute Aussichten für Shuttle-Start

Die Aussichten für den geplanten Start der US-Raumfähre Atlantis zur Internationalen Raumstation ISS sind gut. Beim Countdown für den ersten Shuttle-Flug des Jahres hat es am Freitag nach Angaben der US-Raumfahrtbehörde Nasa keine Probleme gegeben.

HB CAPE CANAVERAL. Die Raumfähre „Atlantis“ mit sieben Astronauten an Bord soll um 19.38 Ortszeit (Samstag, 01.38 MESZ) vom Kennedy Space Center in Cape Canaveral im Bundesstaat Florida abheben. Die Wettervorhersage für den am Abend geplanten Start ist günstig: Mit 80-prozentiger Wahrscheinlichkeit werde die „Atlantis“ zur internationalen Raumstation ISS starten können, hieß es.

Ursprünglich war der Start für Mitte März geplant. Im Juni sollte bereits eine zweite Fähre ins All fliegen. Ein Hagelsturm Ende Februar machte der Raumfahrtbehörde aber einen Strich durch die Rechnung: Der Treibstofftank des Shuttles wurde so stark beschädigt, dass langwierige Reparaturen fällig wurden. Golfballgroße Hagelkörner verbeulten den Außentank des Shuttles. Der Flug musste verschoben werden.

„Atlantis“ soll mit sieben Astronauten ins All fliegen. Das Raumschiff soll dabei zwei weitere Teile zur Internationalen Raumstation ISS bringen: Ein Paar Sonnenenergie-Flügel und ein drehbares Gelenk, um sie entsprechend ausrichten zu können.

Das Shuttle wird mindestens elf Tage im Weltraum verbringen. Nachdem sich die letzte Reise ins All im vergangenen Dezember mit dem Deutschen Thomas Reiter an Bord unvorhergesehen verlängerte, hat die Nasa für den jetzigen Auftrag Notfallpläne entwickelt und die „Atlantis“ mit Treibstoff für zwei zusätzliche Tage ausgestattet.

Die Raumfahrtbehörde steht unter hohem Zeitdruck, da sie ihre veraltete Space-Shuttle-Flotte 2010 einmotten will. Bis dahin muss sie noch mindestens 13 Einsätze zur ISS absolvieren, um die auch von Deutschland mitfinanzierte Raumstation fertig zu bauen. Durch das „Columbia“-Unglück 2003 war der Ausbau der ISS ins Stocken geraten. Damals kamen alle sieben Astronauten ums Leben, als das Schwesterschiff der „Atlantis“ bei der Rückkehr zur Erde explodierte.

Der Start der „Atlantis“ am Freitag wird wahrscheinlich von Streikposten begleitet. Fast 570 Mechaniker und Luftfahrttechniker des Kennedy Space Centers hatten vergangene Woche ein Arbeitgeberangebot in Tarifverhandlungen abgelehnt und für einen Ausstand gestimmt. Gewerkschaftssprecher Johnny Walker versicherte aber, dass es nicht Absicht der Streikenden sei, den Shuttle-Start zu verhindern. Man werde den Einsatz auswärtiger Techniker beim Start nicht behindern, möglicherweise aber Streikposten am Space Center einrichten.

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