US-Raumfähre
Columbus kann erneut nicht starten

Die US-Raumfähre Atlantis ist auch am Samstag am Boden geblieben. Damit müssen auch das europäische Weltraumlabor Columbus und der deutsche Astronaut Hans Schlegel bis mindestens Sonntag auf den Start warten. Grund für die Verzögerung sind vier kleine Sensoren.

HB CAPE CANAVERAL. Die US-Raumfähre „Atlantis“ mit dem deutschen Astronauten Hans Schlegel und dem europäischen Weltraumlabor „Columbus“ an Bord soll jetzt frühestens am Sonntag starten. Angesichts zweier defekter Tanksensoren „brauchen die Experten mehr Zeit für weitere Untersuchungen“, verlautete aus Kreisen der Europäischen Weltraumagentur ESA am Freitagabend auf dem Weltraumbahnhof Cape Canaveral (US-Bundesstaat Florida). Ein Sprecher der US-Weltraumbehörde NASA sagte, als nächster Starttermin sei Sonntag, 21.21 Uhr (MEZ) ins Auge gefasst. Eine endgültige Entscheidung sei aber noch nicht getroffen.

Der zunächst für Donnerstag vorgesehene Start war wegen zweier defekter „Tankuhren“ im Treibstofftank der „Atlantis“ zunächst um 24 Stunden verschoben worden. Später wurde der Termin auf Samstag verlegt. „Auch dieser Termin kann nicht eingehalten werden“, sagte ein NASA-Sprecher. Eine Fehlfunktion der „Tankuhren“ könne zu einer Explosion führen, sagten Experten.

Nach Angaben von Wayne Hale, dem Leiter des Shuttle-Programms, handelt es sich um ein bekanntes Problem mit den Sensoren im Tank der Raumfähre, von dem man angenommen hatte, es verstanden zu haben. Der zuverlässige Funktion der Geräte sei aber unabdingbar. „Alle vier Sensoren müssen funktionieren“, sagte er. Ob das so ist, werde man spätesten beim Auftanken am Sonntagmorgen feststellen. Insgesamt sei das derzeitige „Startfenster“ bis zum 13. Dezember geöffnet, betonen NASA-Experten in Cape Canaveral. Falls bis dahin der Start nicht gelingt, könne „Atlantis“ frühestens im Laufe des Januar ins All fliegen.

An Bord der „Atlantis“ sollen neben Schlegel und seinem französischen Kollegen Léopold Eyharts fünf weitere US-Astronauten ins All fliegen. Ihre Hauptaufgabe ist es, das „Columbus“-Labor an der ISS anzudocken.

Der Start des Labors „Columbus“ gilt als wichtiger Schritt für die europäische Raumfahrt. In dem 880 Millionen Euro teuren „Columbus“-Labor sollen wissenschaftliche Untersuchungen in der Schwerelosigkeit unternommen werden, unter anderem auf dem Gebiet der Medizin, der Grundlagenphysik und der Materialforschung.

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