US-Raumfähre
Die Astronauten verlassen die ISS

Nach Auswertung der ersten Daten von der Sicherheitsinspektion will die US-Raumfahrtbehörde Nasa die Außenhaut der „Discovery“ noch einmal an sechs Stellen genauer unter die Lupe nehmen. Dafür soll die US-Raumfähre einen Tag länger als ursprünglich geplant im All bleiben.

HB HOUSTON/WASHINGTON. Die US-Raumfahrtbehörde NASA hat den Flug der Raumfähre „Discovery“ um einen Tag verlängert. Die Ausweitung der Mission auf nunmehr 13 Tage soll einen dritten Außenbordeinsatz im All ermöglichen, sagte der stellvertretende Programmdirektor John Shannon am Freitagabend in Houston /Texas. Dabei sollen Techniken zur Reparatur des Hitzeschildes getestet werden. Somit wird die Raumfähre erst am 17. Juli zur Erde zurückkehren.

Der deutsche Astronaut Thomas Reiter absolvierte am Freitag seinen ersten anstrengenden Arbeitstag auf der Weltraumstation. In seinem ersten Fernsehinterview sagte der 48-Jährige dem US-Nachrichtensender CNN: „Es war ein großartiger Flug.“ Auf das Risiko von Starts mit dem Spaceshuttle angesprochen sagte Reiter, wenn man die Flüge mit dem täglichen Leben vergleiche, sei das Autofahren auch risikoreich. „Ich kann mir vorstellen, dass ab jetzt alle folgenden Flüge wie geplant weitergehen“, betonte der sichtlich entspannte Reiter. Er ist der erste Deutsche an Bord der ISS und wird mindestens sechs Monate im All bleiben und Ende Dezember von der „Discovery“ wieder abgeholt. Nach Auswertung der ersten Sicherheitsinspektion nahmen die US- Astronauten Lisa Nowak, Stephanie Wilson und Mark Kelly mit einer hoch auflösenden Kamera sechs verdächtige Stellen auf der Außenhaut unter die Lupe. Ein weißlicher Fleck auf dem Hitzeschild der „Nase“ der „Discovery“ erwies sich nach NASA-Angaben als Rest von Vogelkot.

Auch zwei andere Stellen machen keine Probleme. Dagegen steht noch nicht fest, wie mit den drei restlichen kleineren Problemzonen, darunter ein weit herausstehender Füllstreifen zwischen zwei Hitzekacheln am hinteren Unterboden, verfahren wird. Die Lösung hängt auch vom Erfolg des ersten Außenbordeinsatzes der beiden US-Astronauten Mike Fossum und Piers Sellers ab, der für Samstagnachmittag geplant war. Der Ausstieg aus der ISS sollte um 15.13 Uhr MESZ beginnen und rund sechseinhalb Stunden dauern. Geplant war, dass die beiden US-Raumfahrer testen, ob der verlängerte Roboterarm der „Discovery“ ihr Gewicht trägt und damit eine Reparatur am gesamten Hitzeschild möglich ist.

Die Astronauten der ISS und der „Discovery“ begannen am Freitag auch, die rund 14 Tonnen Fracht auszupacken, darunter rund zweieinhalb Tonnen Essensnachschub, Wasser und Kleidung. Das Entladen soll bis kommenden Donnerstag dauern.

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