US-Raumfähre Discovery
Prinzip Hoffnung vor neuem Shuttle-Start

Die US-Raumfähre Discovery soll am Samstag den deutschen Astronauten Thomas Reiter zur Raumstation ISS bringen. Die Nasa kämpft aber noch mit alten Sicherheitsproblemen. Ein Fehlschag der Mission würde viele internationale Weltraumprojekte gefährden.

WASHINGTON. „Wenn etwas schief geht, dann haben wir immer einen Plan B“, sagt Bill Gerstenmaier von der Nasa. „Und wir haben sogar einen Plan C, D und E“. Aber wirklich gerne mag der Flugdirektor der amerikanischen Weltraumbehörde nicht über Pannen sprechen. Nicht so kurz vor dem geplanten Start der „Discovery“. Denn diesmal muss alles klappen, weil mehr als sonst auf dem Spiel steht. Hebt der Space-Shuttle am Samstagnachmittag wie geplant von Cape Canaveral ab, dürfen Amerikaner, aber vor allem auch die Europäer weiter ihre Weltraumträume träumen. Sollte es aber wieder ernste Probleme geben, dann darf man sämtliche Planungen wohl erneut überarbeiten.

Seit dem die Columbia-Raumfähre am 1. Februar 2003 beim Eintritt in die Erdatmosphäre verglühte und mit ihr die sieben Besatzungsmitglieder, ist das Shuttle-Programm weit hinter den Zeitplan zurückgefallen. Und damit auch der Aufbau der Internationalen Raumstation ISS. Denn nur einen einzigen Flug, der auch schon wieder ein Jahr zurückliegt, haben die Amerikaner seither mit dem Shuttle unternommen. Die neuerliche Verzögerung hat damit zu tun, dass beim Start im vergangenen Jahr wiederum abgelöste Schaumstoffteile den Hitzeschild beschädigten. Die Folge: langwierige Untersuchungen.

Ohne russische Hilfe, ohne die Sojus-Raumfähre und den unbemannten Transporter Progress, wäre die ISS in ernste Schwierigkeiten gekommen. Denn nach der Columbia-Katastrophe war es Moskau, das praktisch den Betrieb der ISS aufrechterhielt. Die oft als zu simpel belächelte sowjetisch-russische Technik erwies sich in der Tat als zuverlässig. So wie Anfang dieser Woche, als eine Progress den Astronauten insgesamt 2,5 Tonnen Nachschub, darunter Obst, Trinkwasser und Treibstoff in den Orbit brachte. Doch die russische Weltraummacht hat Grenzen. Etwa, wenn es darum geht, große Bauteile für die ISS in den Orbit zu bringen. Dazu benötigt man den Space-Shuttle – und deshalb fiebern am Samstag gerade auch die Deutschen besonders mit beim Start.

16-mal noch soll der Shuttle in den nächsten vier Jahren zur ISS starten – dann läuft das Shuttle-Programm aus. Der siebte Flug, geplant für den September 2007, soll dann das zu einem großen Teil in Deutschland gefertigte Modul „Columbus“ zur ISS bringen. Einzig der Space-Shuttle ist dazu in der Lage, auf russische Trägerraketen lässt sich das 13 Tonnen schwere Bauteil nicht aufsetzen. Schon deshalb muss der Shuttle-Betrieb wieder funktionieren. Andernfalls bliebe das 880 Millionen Euro schwere Modul wohl am Boden. Für die europäische Raumfahrt wäre dies ein schwerer Rückschlag. Zahllose Experimente der so genannten Lebenswissenschaften sollen in dem Modul unter den Bedingungen der Schwerelosigkeit durchgeführt werden. Experimente, die sich am Boden nicht simulieren lassen.

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