US-Raumfähre
„Endeavour“ sicher in Florida gelandet

Die „Endeavour“ ist nach 13 Tagen im All sicher zur Erde zurückgekehrt. Die US-Raumfähre hatte neun Tage an der Internationalen Raumstation ISS verbracht und dort wichtige Vorarbeiten für die Ankunft neuer Module geleistet.

HB WASHINGTON/CAPE CANAVERAL. Der Space-Shuttle landete am Dienstag um 18.32 Uhr MESZ auf dem Weltraumbahnhof in Cape Canaveral in Florida. „Gratulation und willkommen zu Hause“, begrüßte die Bodenzentrale die fünf Männer und zwei Frauen.

Die Rückkehr der sieben Astronauten wurde mit besonderer Spannung erwartet, nachdem sich beim Start der Raumfähre ein Stück Isolierschaumstoff vom Außentank gelöst und eine der Hitzekacheln am Unterboden beschädigt hatte. Durch die extremen Reibungskräfte herrschen nach Angaben der NASA beim Eintritt in die Atmosphäre Temperaturen von über 1000 Grad Celsius. Ein Schaden am Hitzeschild hatte am 1. Februar 2003 zum Auseinanderbrechen der „Columbia“ geführt. Dabei kamen alle sieben Astronauten ums Leben.

Eine Stunde vor der Landung leitete die Crew die Flugmanöver zum Wiedereintritt in die Atmosphäre ein. Der Space Shuttle flog zu dieser Zeit mit 25facher Schallgeschwindigkeit rund 320 Kilometer über der Westküste Malaysias. Um diese Geschwindigkeit abzubremsen, drehte die „Endeavour“-Besatzung den Shuttle in die entgegengesetzte Flugrichtung und zündete dreieinhalb Minuten lang die Haupttriebwerke. Durch das Bremsmanöver fiel die Raumfähre förmlich in Richtung Erde und wurde von der Erdanziehung eingefangen.

Die Raumfähre flog anschließend S-Kurven und Wellen, um die Geschwindigkeit weiter zu verringern. Dennoch war die Raumfähre vor dem Aufsetzen auf der Landebahn mit rund 350 Kilometer pro Stunde um ein Vielfaches schneller als jedes Verkehrsflugzeug. Unmittelbar nach der Landung wurde die Raumfähre auf giftige Gase untersucht. Erst 45 Minuten später durften die Astronauten aus ihrem Orbiter aussteigen. Wie bei allen anderen Shuttle-Flügen zuvor wollte auch die „Endeavour“-Crew nach einer ersten medizinischen Untersuchung als Dankes-Ritual die Raumfähre zu Fuß umkreisen.

Die „Endeavour“ hatte bereits einen Tag früher als geplant die Heimreise angetreten, weil die NASA Sorge vor Ausläufern des gewaltigen Hurrikans „Dean“ hatte. Während ihres neuntägigen Einsatzes auf der Internationalen Raumstation ISS absolvierte die Crew vier Außenbordeinsätze im Weltall. Sie installierte unter anderem ein Verbindungsteil, an das im Jahr 2009 ein neues Paar Sonnensegel angedockt werden soll. Außerdem tauschten die Astronauten ein sogenanntes Gyroskop aus, mit dem der Kurs der Raumstation kontrolliert wird.

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