US-Raumfrachter „Cygnus“
Nasa-Trägerrakete explodiert beim Start

Feuerball kurz nach dem Abheben: Die Explosion beim Start des Weltraumfrachters „Cygnus“ ist ein schwerer Schlag für die US-Raumfahrt. Dabei galt das Outsourcing an Private als Wunderwaffe. Und nun?
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WashingtonÜber den Weltraumbahnhof auf der Wallops-Island an der amerikanischen Atlantikküste legte sich bereits die Dunkelheit. Nachtstarts bringen den Anhängern der Weltraumforschung stets einen ganz besonderen Kick. Auch diesmal hob sich die Antares-Rakete mit einem riesigen, hellgelben Feuerschweif gegen Himmel - ein gewaltiger Anblick. Doch dann verwandelte sich der Feuerschweif an diesem Dienstagabend urplötzlich in einen riesigen Feuerball, der alles verschlang.

Irgendetwas war fürchterlich schiefgelaufen - mit der Explosion der Rakete und dem Verlust des Raumfrachters „Cygnus“ erlebt die US-Raumfracht ihren schwersten Rückschlag seit vielen Jahren.

Schockiert und beinahe sprachlos reagierte die US-Weltraumbehörde Nasa. Selbst auf Twitter herrschte minutenlang Schweigen. „Der Unfall ereignete sich kurz nach dem Abheben“, hieß es kryptisch. Später hieß es, es sei sechs Sekunden nach dem Start gewesen.

Lebensmittel, Vorräte und wissenschaftliches Material für ISS

Die Ursachen der Explosion sind nach Angaben der Nasa noch völlig unklar. Ganz offensichtlich seien die Triebstofftanks der Rakete explodiert. Der von der privaten Firma Orbital Sciences entwickelte Frachter „Cygnus“ hätte rund 2300 Kilogramm Lebensmittel, Vorräte und wissenschaftliches Material zur ISS bringen sollen. Seit 2013 gab es drei erfolgreiche Flüge.

Nach Worten des Nasa-Experten und ehemaligen Astronauten Frank Culbertson ist nach einer ersten Explosion der Befehl zur völligen Zerstörung des Fluggeräts gegeben worden. Mit einer solchen Maßnahme soll etwa verhindert werden, dass Raketenteile auf bewohntes Gebiet einschlagen.

„Wir sind sehr enttäuscht“, sagte Gerstenmaier. Das Unglück beweise erneut, „dass Raumfahrt ein harter Job ist“, der nicht ohne Gefahren sei. Man sei aber optimistisch, die Ursachen des Unglücks herauszufinden und wieder zu fliegen.

Nach Angaben der Nasa waren aber keine unbedingt notwendigen Versorgungsgüter für die ISS-Besatzung an Bord der „Cygnus“. „Die Mannschaft ist in keiner Gefahr“, sagte der Nasa-Topmanager William Gerstenmaier bei einer Pressekonferenz gut drei Stunden nach dem Unglück. Neben Gerst sind derzeit drei Russen und zwei Amerikaner an Bord der ISS. In Kürze stehen aber ein russischer Versorgungsflug sowie im Dezember ein Start des ebenfalls private US-Transporters „Dragon“ an

Raketenunglücke wecken unwillkürlich böse Erinnerungen in den USA. Zwar war diesmal niemand an Bord des Frachters, auch sonst habe es keinen Toten gegeben am Startplatz, hieß es. Doch kaum ein Raumfahrt-Fan kommt umhin, an die Explosion des Shuttle „Challenger“ 1986 zurückzudenken. Damals kamen alle sieben Astronauten vor den Augen von Millionen Amerikanern ums Leben. Auch diesmal zeigten US-Fernsehsender Amateur-Videoaufnahmen - auf denen die Zuschauer beim Anblick der Katastrophe laut aufstöhnten.

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  • so ein pech aber auch.
    wernher von braun ist tot,seine enkel können es nicht.
    wen können die amis jetzt überfallen um an 1a technologie zu kommen? uns nicht! wir haben sogar schwierigkeiten anständige duschköpfe zu bauen........außerdem sind wir schon ausgeplündert worden.

  • Das müssen die Russen mit einem Sabotage-Akt gewesen sein - eine andere Erklärung kann es nicht geben.

  • Schnell billig Schrott. Die Rakete ist doch nicht das erste Amerikanische Produkt, dass erst nach einem Update funktioniert. Qualität ist teuer und für Qualität stehen Amerikanische Produkte wirklich nicht. Ich möchte nicht den E-Mail-Verkehr lesen, in dem die Ingineur zum Sparen angehalten wurden. Die Walmart-Mendalität und Technolgie-Hörigkeit herrscht im der ganzen Amerikanischen Wirtschaftsleben. Aber was kann man von einem Land verlangen, wo 95% der Bewvölkerung von den Gewinnen der Unternehmen lebt und 5% so gut wie keine Steuer zahlen und Strommasten selbst in Grossstädten noch aus Holz sind. Dieser Knall ist nur ein weiteres Beispiel wie schlecht Amerikanische produzierende Wirtschaft wirklich ist. Und so was wollte die G.W.B.-Administration zum wirtschaftlichen Weltstandard machen. Wenn es nach denen gegangen wäre, dann bräuchten unsere Auto immer noch 20l auf 100 km.

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