US-Zulieferer verhandelt mit mehreren Herstellern: Neue Batterie treibt Hybridphantasie an

US-Zulieferer verhandelt mit mehreren Herstellern
Neue Batterie treibt Hybridphantasie an

Der nordamerikanische Automobilzulieferer Johnson Controls will nach Mercedes-Benz weitere Autobauer für seine neuen Lithiumionen-Batterien gewinnen. Dieser Batterietyp dient als Kern von umweltfreundlicheren Hybridantrieben in Automobilen. Johnson Controls verhandelt derzeit nach eigenen Angaben mit mehreren Herstellern.

DÜSSELDORF. Das Unternehmen nimmt am Freitag in einem Joint-venture mit dem französischen Batteriespezialsten Saft die Serienproduktion von Lithiumionen-Batterien in Nersac (Frankreich) auf. Dieser Batterietyp dient als Kern von Hybridantrieben in Automobilen. Er ist kleiner, leichter und leistungsfähiger als die aktuell eingesetzte Nickelcadmium-Variante. Das erste mit dieser Technik ausgestattete Serienauto wird die S-Klasse von Mercedes-Benz sein, die Ende 2008 auf den Markt kommt.

Weitere Fahrzeuge sollen folgen. „Wir verhandeln derzeit mit mehreren Herstellern“, sagte Johnson-Manager Keith Wandell dem Handelsblatt. Wandell führt als Chief Operating Officer (COO) das Tagesgeschäft des Automobilzulieferers. „In China ist der Appetit auf diese Akkutechnik besonders groß“, sagte Wandell. Sein Unternehmen spreche parallel mit drei chinesischen Autobauern. Zwei der drei großen US-Hersteller – General Motors, Ford und Chrysler – hätten ebenso konkretes Interesse wie europäische Autobauer. Entsprechend wolle Johnson nach und nach die Produktion auch auf andere Teile der Welt ausdehnen.

Branchenexperten sagen alternativen Antrieben angesichts der wachsenden Umweltprobleme eine große Zukunft voraus. Das gelte gleichermaßen für Hybridfahrzeuge, die einen herkömmlichen Verbrennungsmotor mit einem Elektroantrieb verbinden, wie für vollständig elektrisch betriebene Fahrzeuge. Kernstück der verbrauchs- und damit abgasärmeren Technik ist die Autobatterie. „Sie wird für Hybridfahrzeuge und Elektroautos das sein, was bisher der Motor war“, sagt Ferdinand Dudenhöffer, Leiter des Center Automotive Research (CAR) der Fachhochschule Gelsenkirchen.

Noch ist der Markt für Hybrid-PKW überschaubar. Gerade einmal 550 000 Stück setzten die Hersteller im Jahr 2007 weltweit ab, 410 000 davon in den USA. Die Mehrzahl der Autos entfiel auf nur ein Modell, den Prius des japanischen Autobauers Toyota. Allerdings wollen eine Reihe von Herstellern dem Vorbild der japanischen Vorreiter Toyota und Honda folgen. Einer aktuellen CAR-Prognose nach dürften im Jahr 2010 mindestens 1,2 Mill. Hybrid-Autos verkauft werden. Das Wachstum wird sich weiter beschleunigen. Im Jahr 2015 rechnet CAR mit 2,6 Mill. Stück, fünf Jahre später sollen 6,5 Mill. Hybridautos verkauft werden.

Unternehmen mit ganz unterschiedlichen Ausgangspositionen balgen sich um diesen Zukunftsmarkt. „Da entsteht eine ganz neue Front“, sagt Johnson-Chef Wandell. Neben Platzhirsch Toyota mischt etwa die Batteriesparte von Panasonic mit. Außer Johnson Controls rechnen sich auch Automobilzulieferer wie die deutschen Unternehmen Continental und ZF als Systemintegratoren im Energiemanagement der Autos Chancen aus. „Es gibt noch riesiges Potenzial. Die Batterietechnologie ist längst nicht am Ende“, sagte ein Manager der Conti-Sparte Powertrain dem Handelsblatt. Continental will allerdings selbst keine Batterien herstellen, sondern setzt auf strategische Partnerschaften.

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