Forschung + Innovation
USA erreichten keine UN-Mehrheit für totales Klonverbot

Die USA und weitere Länder, die bei den UN ein totales Verbot des Klonens menschlicher Zellen durchsetzen wollten, haben dafür keine Mehrheit bekommen.

dpa NEW YORK. Die USA und weitere Länder, die bei den UN ein totales Verbot des Klonens menschlicher Zellen durchsetzen wollten, haben dafür keine Mehrheit bekommen.

Nach Monate langen Verhandlungen im Rechtsausschuss der UN-Vollversammlung verständigten sich diese Gruppe und die Befürworter einer flexibleren Regelung nach Angaben von Diplomaten auf die Suche nach einem Kompromiss für eine Deklaration. Diese hätte jedoch nicht den Stellenwert einer verbindlichen Konvention.

Das Scheitern der Bemühungen um einen internationalen Vertrag, der nicht nur das reproduktive Klonen von Embryos, sondern auch das therapeutische Klonen im Rahmen der Stammzellenforschung verbietet, wurde von einigen Diplomaten als Niederlage für die USA gewertet. US-Präsident George W. Bush hatte die UN zu einem Totalverbot des Klonens aufgefordert. Allerdings konnten sich auch die Befürworter einer Konvention, die zwar das Klonen von Embryos untersagt, jedoch die Forschung mit embryonalen Stammzellen ermöglicht hätte, nicht die erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit sichern.

Der Rechtsausschuss nahm deshalb nach Angaben von Diplomaten in seiner letzten Sitzung dieses Jahres Kurs auf eine völkerrechtlich nicht verbindliche Deklaration, die Positionen beider Seiten berücksichtigt. Damit soll an die UN-Mitgliedstaaten appelliert werden, das Klonen von Menschen zu unterbinden. Zugleich sollen sie aufgerufen werden, dafür zu sorgen, dass bei der wissenschaftlichen Forschung „die menschliche Würde unter allen Umständen respektiert“ wird.

Etliche Länder, darunter Großbritannien, Südkorea und Singapur, die das therapeutische Klonen erlauben, sehen darin eine Bestätigung ihrer Position. Die deutsche Gesetzgebung verbietet es bereits unabhängig von den UN-Verhandlungen über eine Klon-Konvention.

Costa Rica hatte der UN-Vollversammlung einen Resolutionsentwurf für eine Konvention vorgelegt, die ein totales Klonverbot mit menschlichen Zellen verhängen sollte. Diese Position wird von den USA, dem Vatikan sowie fast 60 meist katholischen Ländern unterstützt. Die meisten anderen der insgesamt 191 UN-Mitgliedstaaten befürworteten hingegen einen von Belgien als Wortführer unterbreiteten Vorschlag für eine Konvention, die das reproduktive Klonen zwar ebenfalls verboten, das therapeutische Klonen jedoch erlaubt hätte.

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