USA
Reiter meistert Außeneinsatz mit Bravour

Besser hätte es kaum laufen können, und bei der Nasa herrscht Begeisterung pur: Weitaus schneller als gedacht haben der deutsche Astronaut Thomas Reiter und sein US-Kollege Jeffrey Williams am Donnerstag ihre Außenarbeiten an der Internationalen Raumstation ISS beendet.

dpa HOUSTON/WASHINGTON. Besser hätte es kaum laufen können, und bei der Nasa herrscht Begeisterung pur: Weitaus schneller als gedacht haben der deutsche Astronaut Thomas Reiter und sein US-Kollege Jeffrey Williams am Donnerstag ihre Außenarbeiten an der Internationalen Raumstation ISS beendet.

Nach nur fünf Stunden und 54 Minuten schloss sich hinter den beiden wieder die Tür ins All - über 20 Minuten früher als ursprünglich geplant. Und dabei waren Reiter und Williams sogar noch Zusatzaufgaben aufgebrummt worden, weil alles so sehr am Schnürchen lief. „Ein rundum gelungener Einsatz“, bescheinigte die Nasa dem Gespann.

Dabei begann es mit einer kleinen Panne. Die Luke, aus der die beiden 400 Kilometer über Australien nach draußen schweben sollten, klemmte. In ihren dicken Raumanzügen, die wenig Bewegungsfreiheit bieten, ruckelten die Astronauten frustriert an der Tür, bis es Minuten später endlich klappte. „Hinaus in die Dunkelheit!“, ordnete Bodencoach Steve Bowen an. Der 69. ISS-Außeneinsatz begann.

Der Astronaut aus Frankfurt in einem weißen Astronautenanzug und sein amerikanischer ISS-Mitbewohner waren um 16.25 Uhr Mesz am Donnerstag ins All geschwebt. Unter anderem mussten sie ein Gerät installieren, das die elektrische Aufladung der Station misst, und an der Außenwand Container mit Materialien anbringen, deren Raumfahrttauglichkeit getestet werden soll. Als weitere Hauptaufgabe erprobte das Astronautenduo eine Infrarotkamera. Etwa 90 Minuten früher als geplant hatten Reiter und Williams ihr Pflichtprogramm absolviert. Aber nichts mit „Sightseeing“ als Belohnung: Eine Lampe galt es noch anzubringen, eine Antenne auszuwechseln, eine Aufnahme von einem Kratzer an der ISS-Außenwand zu machen und noch mehr - alles Extraaufgaben, die sonst beim nächsten Außeneinsatz hätten erledigt werden müssen.

„Ich habe noch mehr für euch zu tun“, sagte „Coach“ Stephen Bowen in der Bodenzentrale in Houston einmal, als sich die Astronauten zwischendurch mal eine kleine Verschnaufpause gönnten und den Ausblick genossen. Ein wenig später maulte Williams scherzhaft ein bisschen: „Du hast doch gesagt, das war unsere letzte Aufgabe.“ Tatsächlich ließ es Bowen dann auch gut sein, aber mit einer Drohung: „Ihr werdet schon sehen, was ich beim nächsten Mal für euch zu tun habe.“

Für beide, Reiter und Williams, war es der dritte Weltraumausstieg, und bei aller Arbeit gab es doch Zeit, wenigstens ein paar Schnappschüsse für das Familienalbum zu machen. Vier Mal hatten die beiden draußen im All die Erde umkreist und vier Sonnenaufgänge erlebt, als sie um 21.58 Uhr Mesz in die Station zurückkehrten.

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