Verunreinigungen im oberen Teil der Trägerrakete haben den Countdown gestoppt
Venus Express startet später

Die jüngste europäische Planetensonde, der so genannte „Venus Express“, kommt nicht pünktlich aus dem Bahnhof. Der Start der ersten europäischen Venus-Sonde werde sich „wahrscheinlich um eine Woche oder länger verschieben“, teilte die Esa mit.

DÜSSELDORF. Ursprünglich hätte der für die Erforschung unseres Nachbarplaneten von der EADS-Astrium gebaute Weltraumspäher am Mittwoch vom Raumfahrtzentrum Baikonur in Kasachstan aus auf die 400 Millionen Kilometer lange Reise gehen sollen.

Unter der Nutzlastverkleidung der für den Transport von „Venus-Express“ vorgesehenen Sojus-Fregat-Trägerrakete sind in der letzten Etage der Trägerrakete, in dem sich die Sonde befindet, Verschmutzungen durch Isolationsmaterial entdeckt worden. Diese selten auftretende Verunreinigung stammt laut Esa von der thermischen Verkleidung der Fregat-Oberstufe, die den „Venus Express“ aus der Anziehungskraft der Erde heraus und auf Venus-Kurs bringen muss.

Drei Wochen nach dem Verlust des Umweltsatelliten Cryosat, der Veränderungen der polaren Eismassen untersuchen sollte, ist die Esa vorsichtig geworden. Der Satellit ist an Bord einer russischen Trägerrakete abgestürzt. Ursache für das Scheitern der 136 Millionen Euro teueren Mission war laut Esa offenbar ein Fehler im Flugkontrollsystem der Rakete vom Typ Rockot gewesen.

Ein solcher Fehlstart soll sich nicht wiederholen. Die 220 Millionen Euro teure Venussonde (inklusive Start und Betrieb) wurde daher von der Spitze der Rakete geholt und die Verkleidung wird nun genau überprüft. Die Untersuchung und anschließende Tests werden mehrere Tage in Anspruch nehmen. Die Esa steht allerdings nicht unter Zeitdruck. Das so genannte Startfenster – also die Zeit, in der die astronomischen Gegebenheiten einen optimalen Anflug ermöglichen – bleibt noch etwa vier Wochen offen. Spätestens am 24. November muss der Venus Express dann doch auf seine 163-Tage-Reise gehen, wenn er, wie geplant, tatsächlich im April kommenden Jahres die Rätsel lösen soll, die uns der Nachbarplanet immer noch stellt.

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