Very-Light-Jet
Privatjet, aber billig

Kein Kaviar, kein Champagner, allenfalls Kaffee und alkoholfreie Drinks: Die neue Bescheidenheit hat jetzt auch das Segment der teuren Privatjets erreicht. Mitten in der Krise wagt sich ein neuer Anbieter an den Start, der bewusst nicht mit Glanz und Glamour wirbt, sondern sich als erster Low-Cost-Flieger verkauft.

DÜSSELDORF. Auf dem Flughafen Köln/Bonn steht die Firma Jetbird vor dem ersten Abflug. Die setzt neben knapper Kalkulation auf einen neuen, besonders preiswert fliegenden Flugzeugtyp – einen „Very-Light-Jet“.

Siegfried Römer, Deutschlandchef der mit irischem Kapital ausgestatteten Fluggesellschaft, beschreibt: „Unser Geschäftsmodell funktioniert nur mit der Phenom 100. Dieses neue Flugzeug vom brasilianischen Hersteller Embraer bietet einen Quantensprung in der Technologie. Wir werden mit bis zu 50 Prozent günstigeren Preisen den europäischen Privatjetmarkt revolutionieren.“

Etwa hundert Jets will Jetbird nach und nach ordern. Das Unternehmen ist Erstkunde bei den für ihre kleineren Düsenflugzeuge weltweit renommierten Brasilianern. Gekauft werden soll nicht nur die Phenom 100 mit Platz für vier Passagiere, die sich in breiten Ledersesseln gegenüber sitzen. Auch die größere Phenom 300 für sechs Fluggäste ist anvisiert.

Die leichten, mit zwei Triebwerken ausgestatteten Flieger schaffen über 700 Kilometer in der Stunde, haben ohne Zwischenlandung einen Radius von knapp 2 200 Kilometern und brauchen zum Start eine Piste von wenig mehr als einem Kilometer Länge. Diese Daten und ein maximales Abfluggewicht von 4 750 Kilogramm – rund eine Tonne weniger als herkömmliche Jets der kleinen Größen – sind die Gründe, weshalb Jetbird sich als Billigfluggesellschaft im Markt der Privatfliegerei sieht.

Römer will in den nächsten Wochen in Köln/Bonn starten. Der Standort sei nahezu ideal, sagt er. Von dort aus erreichen die leichten Flieger etwa 600 Airports und Flugplätze, zwischen Stockholm, Lissabon oder Athen.

Mit vier Jets soll das Geschäft eröffnet werden, weitere acht sollen folgen. Flughafen-Chef Michael Garvens freut sich, „dass sich Jetbird für Köln/Bonn als seine erste europäische Basis entschieden hat. Die Idee, Geschäftsleuten und Managern eine flexible, vor allem aber kostengünstige Reisealternative in einem modernen Leichtjet anzubieten, ist sehr interessant. Das Konzept von Jetbird passt somit hervorragend zum Low-Cost-Flughafen Köln/Bonn.“

Nach Köln will Römer 2010 auch in München an den Start gehen, mit zehn Maschinen. Später sollen Berlin und Hamburg folgen.

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