Videospielehersteller bekräftigt Gewinnziel für das laufende Jahr
Neuer Gameboy bringt Nintendo nach vorn

Japans zweitgrößter Videospielehersteller Nintendo Co. hat erstmals Quartalszahlen veröffentlicht. Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres wurden 11,5 Milliarden Yen (rund 84 Millionen Euro) verdient. Im Vorjahresquartal war noch ein Verlust angefallen, teilte das Unternehmen in Japan mit.

pos DÜSSELDORF. Nintendo-Chef Yoshihiro Mori bekräftigte anlässlich der Vorlage der Zahlen die Prognosen für das laufende Geschäftsjahr (bis Ende März 2004): Bei einem Umsatz von 550 Mrd. Yen sollen 65 Mrd. Yen Gewinn abfallen. Im abgelaufenen Jahr war der Gewinn um 37 % eingebrochen. Der Umsatz fiel um 9 % auf 504 Mrd. Yen.

Doch mit dem guten Start ins neue Jahr sind die Probleme der Super-Mario- und Pokemon-Company noch nicht beseitigt. Neben hervorragenden Softwareverkäufen war die Handheld-Konsole Gameboy maßgeblich für den Erfolg verantwortlich – doch gerade hier will Elektronikgigant Sony Nintendos Quasi-Monopol im kommenden Jahr brechen: Die im Mai angekündigte „PSP“ (Playstation Portable) ist dem aktuellen Gameboy Advance SP zumindest auf dem Papier überlegen und eine noch größere Gefahr als die von Handyhersteller Nokia vorgestellte Spielemaschine „N-Gage“, mit der man auch telefonieren kann.

Gleichzeitig verliert Nintendos High-Ende-Spielekonsole Gamecube – ein Gerät für den Anschluss an einen Fernseher – gegen die Konkurrenz von Sony (Playstation 2) und Microsoft (X-Box) rasant an Boden. Im abgelaufenen Quartal hat Nintendo weltweit gerade einmal 80 000 Gamecubes verkauft. Noch im Mai hatte Nintendo ein Jahresziel von 6 Mill. verkauften Einheiten genannt.

Dabei hat das Unternehmen bereits im vergangenen Jahr die Absatzziele um fast 50 % verfehlt. Während für den Gameboy schon im August auf Hochtouren alleine 2 Millionen Einheiten für das Weihnachtsgeschäft produziert werden, wurde die Gamecube-Produktion „vorübergehend gestoppt“, um die Lager zu räumen, wie Mori erklärte.

Kurzfristig entscheidend wird jetzt sein, wie Nintendo auf die Herausforderungen im Handheld-Markt reagieren kann. Mittelfristig kommt dem Nachfolger des Gamecube entscheidende Bedeutung zu. Wie auch die Konkurrenz entwickelt Nintendo eilig die nächste Konsolengeneration. „Diesmal wird die Konkurrenz keinen Vorsprung mehr bekommen“, hatte Nintendo-President Satoru Iwata im Mai auf der größten Messe der Branche, der E3 in Los Angeles, betont. Der Gamecube kam fast ein Jahr nach der PS2 auf den Markt. Da hatte Sony seine Marktführerschaft bereits zementiert und Nintendo musste mit Microsofts neuer X-Box um den zweiten Platz kämpfen. In der Vergangenheit war allerdings auch spekuliert worden, ob sich Nintendo – wie Sega – aus dem teuren Hardware-Krieg bei Konsolen zurückziehen und auf Handhelds und Software konzentrieren wird.

Nintendo ist mit seinen Absatzproblemen nicht alleine. Die allgemeine Konsumflaute hatte mit Verspätung auch die digitale Unterhaltungsindustrie erreicht. Branchenführer Sony meldete jüngst für das erste Quartal ein Minus von 42 % auf 2,65 Millionen ausgelieferte Einheiten seiner PS2 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Nintendo wird dieses Jahr erstmals an der Games-Convention in Leipzig (21. bis 24.8) teilnehmen, von der sich die Branche neue Impulse erhofft.

Quelle: Handelsblatt

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