Videoüberwachung
Kameras verfolgen Täter

Sicherheitstechniker reiben sich die Hände, Datenschützer sehen es mit Argwohn: Mit dem Einzug der Digitaltechnik in die Videoüberwachung wachsen auch die Möglichkeiten einer intelligenten Auswertung der Bilder. Moderne Überwachungssysteme kombinieren Bewegungsmeldung mit Bildverarbeitung – und reagieren auf potentielle Gefahren.

BERLIN. Bisher flimmerten Wachmännern beim Blick auf etliche Monitore schnell die Augen - und Diebe huschten durch. Moderne Systeme hingegen erkennen nicht nur von selbst die Verdächtigen, sondern schlagen Alarm und verfolgen sie gleich per Kamera.

Im Kern dreht es sich bei den neuen Systemen um die Weiterentwicklung von Bewegungsmeldung und Bildverarbeitung, sagt Harald Zander, Verkaufsleiter bei Panasonic System Solutions. Regelrecht selbstlernend seien die Systeme zwar noch nicht. "Es gibt aber intelligente Techniken, die aus Live-Bildern Unregelmäßigkeiten herausfiltern - sei es ein verlassener Koffer, ein Lagerdieb oder Personen, die unerlaubtes Terrain betreten", sagt Zander. Dank gestiegener Rechnerleistung und mit Hilfe von leistungsfähiger Bildkomprimierung könne man heute Bilder in Echtzeit auswerten. Den Rest erledige eine Software, die Gefahren und außergewöhnliche Situationen erkennt.

Panasonic setzt auch auf sogenanntes Autotracking, also die automatische Verfolgung. Dabei erkennt die Software an den Umrissen einer verdächtigen Person, wen die Kameras im Blick behalten sollen. Bisher torpedierte bereits ein weiterer Passant, der zufällig das Bild kreuzte, die Verfolgung via Video. Beim Autotracking übernehmen andere Kameras, wenn der Übeltäter aus dem Bild zu laufen droht.

Siemens Building Technologies (SBT) setzt schon seit einigen Jahren auf automatische Objektverfolgung, Bewegungserkennung und-analyse. Die Videosensorik des Systems namens Sistore CX EDS lernt zunächst den Normalzustand einer Szenerie, indem es ein paar Tage lang studiert, was üblicherweise passiert. Das Programm registriert Abweichungen: Wenn sich zum Beispiel ein Mann schnell einem Zaun nähert, wird das als auffälliges Verhaltensmuster detektiert. Außerdem gelingt es den Algorithmen der Software, Tiere von Menschen oder Mopeds zu unterscheiden, weil Größe und Geschwindigkeit abgeglichen werden.

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