Videoüberwachung
Software hilft den Wachmännern

Zum besseren Schutz vor Terroranschlägen plädiert der Präsident des IT-Branchenverbandes Bitkom, Willi Berchtold, „nicht nur die Bilderflut zu vergrößern“. Wichtig sei der Einsatz von Videosensorik-Techniken, die automatisch dem Wachpersonal Auffälligkeiten melden. Doch in Deutschland kommen diese Systeme bislang kaum zum Einsatz.

HAMBURG/DÜSSELDORF. In einem internationalen Flughafen sind üblicherweise mehr als 1 000 Überwachungskameras im Einsatz – konzentriertes Sichten der Bilder ist für das Sicherheitspersonal nahezu unmöglich. Zur Unterstützung bieten etliche Hersteller verhaltens- und regelbasierte Anwendungen an, die die Videos in Echtzeit auswerten. Steht ein Koffer länger herrenlos herum, schlägt so ein System Alarm. Auch auffällige Passanten, die um sich schlagen, werden so detektiert und gemeldet. Sicherheitskräfte können eingreifen, bevor etwas passiert.

Die Londoner Firma Ipsotek wertet dazu die charakteristische Verteilung der Pixel auf dem Bildschirm aus. Dabei geht es anders als bei biometrischen Systemen nicht darum, Personen etwa anhand der Gesichtsmerkmale zu identifizieren. Wer dem System verdächtig erscheint, wird auf dem Monitor farbig umkreist, so dass die Beobachter aufmerksam werden. Bosch oder die britische Firma Virage bieten ähnliche Lösungen an.

Großbritannien gilt als europäischer Kernmarkt für Videoüberwachungssysteme. Die dort im Vorjahr erzielten Umsätze von 630 Mill. Euro stellen Deutschland (176) und Frankreich (110) weit in den Schatten. Doch auch ins Ausland verkauft Ipsotek die Software zur Bewegungsanalyse: Im Einsatz ist sie in U-Bahnhöfen von Rom und Mumbai.

Das japanische IT-Unternehmen NEC hat eine ähnliche Software entwickelt, die nicht nur auf Flughäfen, sondern auch in Unternehmen eingesetzt wird. Mit ihrer Hilfe überwacht beispielsweise Exxon die Zäune seiner Öllager in Texas. Dabei unterscheidet die Software automatisch anhand von definierten Merkmalen zwischen Tieren, Fußgängern und Eindringlingen. Warnungen erreichen den Wachmann auch unterwegs – per SMS auf das Handy oder den Taschencomputer. „Das System kann selbst unterscheiden, welche Menschen gefilmt werden und welche nicht“, sagt NEC-Deutschland-Sprecher Ralf Wolf. So erkenne es, ob ein Wachmann oder ein Unbefugter durch eine bestimmte Tür gehe. Nur im letzten Fall schlägt sie sinnvollerweise Alarm.

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