Forschung + Innovation
Virologe fordert UN-Behörde für biologische Gefahren

Der hallesche Virologe Prof. Alexander S. Kekulé hat mehr Schutz vor biologischen Gefahren gefordert.

dpa HALLE. Der hallesche Virologe Prof. Alexander S. Kekulé hat mehr Schutz vor biologischen Gefahren gefordert. Im Zeitalter weltweiter Seuchen und biologischer Terrorwaffen müsse eine Spezialbehörde über Bestände an Biokampfstoffen und Viren wachen, sagte er der in Halle erscheinenden Mitteldeutschen Zeitung.

Das habe die gefährliche Panne in einem US-Labor gezeigt, durch die besonders gefährliche Grippeviren an tausende Labore weltweit versendet wurden.

Das Versenden von Virenproben sei absolut üblich und Teil eines wichtigen weltweiten Systems der Qualitätsüberprüfung, sagte Kekulé, der Institutsdirektor an der Universität Halle ist. So werde getestet, ob die Speziallabore die Erreger richtig erkennen. Zwar seien die gefährlichen Grippeviren leicht und einfach zu vernichten. Es bestehe aber die Gefahr, dass einzelne Labore dieser Aufforderung nicht nachkämen. „Wir wissen nicht, in wessen Hände das kommt“, zitiert die Zeitung den Forscher.

Ähnlich der Internationalen Atomenergie-Organisation (Iaeo) in Wien müsse eine Behörde aufgebaut werden, die Überblick über biologische Gefahrstoffe hat, forderte Kekulé. „Während bei Betäubungsmitteln jeder Arzt Buch führen muss, weiß bei Viren niemand, welches Labor welche Substanzen im Kühlschrank hat.“

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