Von der Flugzeugindustire übernommen
Regionalexpress aus dem Baukasten

Was in der Auto- und Flugzeugindustrie klappt, soll nun auch bei der Fertigung von Bahnwaggons funktionieren. Die Bahn lässt die neuesten Waggons nach dem Baukastenprinzip fertigen – und sichert sich so ein Höchstmaß an Vielseitigkeit. Das Konzept hat Zukunft.

BERLIN. Flexible Zug-Konzepte statt teurer Maßanfertigung: So soll Schienennahverkehr wirtschaftlicher werden. Ähnlich wie Innenräume von Flugzeugen können die Waggons künftig bei Veränderungsbedarf ausgeräumt und völlig neu eingerichtet werden. Mit der Bestellung von 320 Elektrotriebzügen beim Marktführer Bombardier schlägt die Deutsche Bahn einen neuen Kurs bei ihrer Fahrzeugbeschaffung ein. Den Auftragswert beziffert der Hersteller mit 1,2 Milliarden Euro, die ersten Züge sollen 2009 rollen.

Der Clou liegt in der Umbaufähigkeit: Bei einheitlicher Grundausstattung rüstet Bombardier die Züge wie aus dem Baukasten für die unterschiedlichsten Einsatzgebiete im Nah- und S-Bahnverkehr aus. Durch den modularen Aufbaus sind Veränderungen im und am Fahrzeug selbst noch nach einigen Betriebsjahren möglich, wenn die Bahnen andere Aufgaben übernehmen müssen.

„Viel Geld und viele Ideen“ seien in dieses Plattformkonzept geflossen, sagt Ulrich Homburg, Vorstandsvorsitzender der DB Regio. Nun seien allerdings auch große Stückzahlen kostengünstig zu produzieren. „Es spart Engineering-Kosten und verringert den Aufwand beim Ersatzteilmanagement erheblich.“

Bisher leistet sich die Nahverkehrstochter des Bahnkonzerns eine teure Artenvielfalt von Fahrzeugen, die häufig auf bestimmte Einsatzgebiete zugeschnitten sind. Das erweist sich immer häufiger als Problem – denn die Lebensdauer der Züge liegt bei gut und gerne 30 Jahren. Doch in dieser Zeit ändern sich die Anforderungen der Besteller und auch der Fahrgäste. „Bisher sind dann Umbauten für teures Geld notwendig“, erläutert Homburg.

Das modulare Konzept macht es künftig möglich, nicht nur den Sitzabstand zu verändern, sondern auch grundsätzliche Neuerungen preiswert vorzunehmen, beschreibt Hersteller Bombardier – bis hin zum nachträglichen Einbau von Toiletten oder sogar von zusätzlichen Einstiegstüren. Auch an unterschiedliche Bahnsteighöhen lassen sich die Züge vom Typ „Talent 2“ anpassen, jedenfalls zwischen den typischen 600 Millimetern für einen weithin üblichen Bahnsteig und den 800 Millimetern fürs stufenlose Ein-und Aussteigen bei einer S-Bahn.

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