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Von wegen Tropen: Dinosaurier lebten auch in Alaska

In deutschen Breitengraden lebten die Dinosaurier, wie Funde aus der Grube Messel bei Darmstadt zeigen, in tropischer Wärme und Vegetation. Sie konnten jedoch sehr wohl auch in Eis und Schnee sowie bei der anhaltenden Dunkelheit des hohen Nordens existieren, wie Fossilien aus Alaska erkennen lassen.

dpa DALLAS. In deutschen Breitengraden lebten die Dinosaurier, wie Funde aus der Grube Messel bei Darmstadt zeigen, in tropischer Wärme und Vegetation. Sie konnten jedoch sehr wohl auch in Eis und Schnee sowie bei der anhaltenden Dunkelheit des hohen Nordens existieren, wie Fossilien aus Alaska erkennen lassen.

Demnach lebten vor rund 70 Mill. Jahren wenigstens acht Dinosaurierarten in Nordalaska. Anthony Fiorello, Kurator für Erdgeschichte am Dallas Museum für Naturgeschichte und außerordentlicher Professor an der Southern Methodist University in Dallas, stellt sie in der Juli- Ausgabe des Heidelberger Magazins „Spektrum der Wissenschaft“ vor.

Demnach gehörten vier der bisher nachgewiesenen Arten zu den Fleisch fressenden Theropoden, jenen zweibeinigen Räubern, von denen der Tyrannosaurus rex der berühmteste ist. Am häufigsten kam in Alaska der Edmontosaurus vor, wegen seiner charakteristischen Schnauzenform auch als Entenschnabel-Dinosaurier oder Schnabeldrache bekannt. Einige Exemplare dieses Sauriers aus anderen Gegenden maßen bis zur Schwanzspitze zehn Meter, wie Fiorello in dem Magazin berichtet. Alle bisher in Alaska gefundenen Saurierarten waren auch in den südlicheren Breitengraden Nordamerikas vertreten.

Dass zahlenmäßig weniger Dinos im hohen Norden als im Süden lebten, erklärt der Forscher mit den begrenzten Nahrungsressourcen im teils ganz dunklen Winter. Dennoch harrten selbst der Edmontosaurus und andere Pflanzen fressende Saurier die kalte Jahreszeit im hohen Norden aus und wanderten nicht saisonbedingt in den Süden.

Wie sie den Winter überbrückten, lasse sich bisher nicht erkennen. „Schwer vorstellbar ist, dass sich die zehn Meter langen Hadrosaurier im Herbst tiefe Löcher gruben, in denen sie bis zum Frühjahr Winterschlaf hielten“, heißt es im „Spektrum“. Möglich sei aber, dass die arktischen Dinosaurier ihren Stoffwechsel in kargen Zeiten drosseln konnten und dann mit weniger Nahrung überlebten. Laut Fiorello waren die Saurier in Nordalaska - ebenso wie ihre Artgenossen im Süden - über eine damals bestehende Landbrücke aus Asien eingewandert und waren in den arktischen Breitengraden geblieben, während die Mehrheit in die tropisch warmen Zonen Amerikas weiterwanderten.

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