Vor Absturz
Defekter US-Satellit steht auf Abschussliste

Ein außer Kontrolle geratener Spionagesatellit der USA soll abgeschossen werden, bevor er in die Erdatmosphäre eintritt. Das habe US-Präsident George W. Bush beschlossen, erklärte der stellvertretende Nationale Sicherheitsberater James Jeffries am Donnerstag. Doch der Abschuss ist politisch umstritten.

Washington (AP)

WASHINGTON. Demnach soll der Satellit höchstwahrscheinlich von einem Kriegsschiff aus mit einer speziell veränderten Rakete zerstört werden. Es gelte zu verhindern, dass er unkontrolliert auf die Erde stürze.

Einen genauen Zeitpunkt für das Manöver nannte Jeffries nicht. Es wird jedoch erwartet, dass der Satellit Anfang März auf jeden Fall in die Erdatmosphäre eintreten würde. Vizestabschef General James Cartwright erklärte, die erste Chance zum Abschuss werde sich voraussichtlich in den nächsten drei bis vier Tagen ergeben und dann etwa sieben oder acht Tage lang bestehen. Danach wäre es wegen atmosphärischer Störungen beim Wiedereintritt kaum noch möglich, das Ziel zu treffen.

Bereits Ende Januar war bekanntgeworden, dass der Satellit keine Energie und keinen Antrieb mehr hat und er damit an einem unbekannten Ort auf die Erde stürzen würde. Der Flugkörper enthält nach Angaben aus Regierungskreisen Hydrazin, einen gefährlichen giftigen Raketentreibstoff. Cartwright erklärte, man wolle direkt auf den Tank zielen, damit der Treibstoff größtenteils ins Weltall austrete.

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