Vorbereitung für Landung in Florida
“Discovery“-Crew packt die Koffer

Die amerikanische Raumfähre „Discovery“ soll am heutigen Montag wieder zur Erde zurückkehren. Die Weltraumbehörde Nasa gab am Sonntag grünes Licht für den Landeanflug. Meteorologen schlossen allerdings Gewitter über Florida nicht aus.

HB HOUSTON. Die Besatzung der US-Raumfähre „Discovery“ hat am Montag die letzten Vorbereitungen für die Landung in Florida getroffen. Die Astronauten erwachten kurz nach Mitternacht, ums sich auf die für 15.14 Uhr MESZ angesetzte Rückkehr zur Erde vorzubereiten. „Wir freuen uns auf einen guten Tag hier und bei schönem Wetter werden wir in rund acht, vielleicht zehn Stunden auf dem Boden sein“, sagte Kommandant Steve Lindsey der Kontrollstation im Raumfahrtzentrum in Houston.

Im Laufe des Vormittags sollte die Besatzung des Shuttles die Frachträume schließen und die Raketen zünden, die in einer Höhe von rund 320 Kilometern über der Erdoberfläche das Bremsmanöver einleiten. Rund eine Stunde später ist die Landung in Florida vorgesehen.

Ein Leck in einem Antriebsaggregat für die hydraulischen Systeme an Bord wurde am Sonntag als harmlos eingestuft. Die Nasa verwarf den Plan, das Aggregat notfalls abzustellen. Das Shuttle könnte ohnehin aber auch mit nur einem der insgesamt drei Aggregate an Bord sicher landen.

Die Wetterverhältnisse schienen günstig, die Nasa warnte jedoch vor möglicherweise auftretenden Regenschauern, die eine Landung verzögern könnten. Sollte die „Discovery“ bei der ersten Gelegenheit nicht aufsetzen können, ergäbe sich rund anderthalb Stunden später um 16.50 Uhr MESZ eine zweite. Sollte auch diese nicht genutzt werden können, müssten Nasa und Besatzung bis zum Dienstag warten und die Fähre zum Luftwaffenstützpunkt Edwards in der Wüste von Kalifornien umleiten. Der Sauerstoff an Bord der „Discovery“ reicht bis Mittwoch.

Reiter bleibt im All

Der 13-tägige Flug lief bisher störungsfrei und ließ die Nasa hoffen, den ersten gelungen Flug eines Shuttles seit der „Columbia“-Katastrophe 2003 zu präsentieren. Damals waren während der Rückkehr zur Erde glühende Gase das Innere der Fähre eingedrungen. Das Shuttle zerbarst, alle sieben Besatzungsmitglieder wurden getötet. Auslöser des Dramas waren beim Start herabgestürzte Teile des Isolierschaums, die den Hitzeschild beim Start beschädigt hatten. Ähnliche Probleme waren auch bei den darauf folgenden Shuttle-Flügen im vergangenen Sommer aufgetreten. Beim Start der „Discovery“ waren nur sehr kleine Teile der Isolierung abgefallen.

Ein Mitglied der „Discovery“-Crew, die am 4. Juli in Florida gestartet war, kehrte nicht zurück: Der deutsche Astronaut Thomas Reiter blieb als 3. Mann in der Raumstation, wo er bis Weihnachten mit einem amerikanischen und einem russischen Kollegen forschen will. Das Shuttle war zudem um 3000 Kilogramm Nahrung, Kleidung und Ausrüstungsgegenstände leichter, die die „Discovery“ an der ISS abgeliefert hatte. Sie nahm dafür allerdings gut 2000 Kilogramm Müll mit zurück. Ohne den beim Start nötigen Außentank und die Startraketen wiegt das Shuttle bei der Landung nur noch ein Zwanzigstel seines Startgewichts, insgesamt 102 Tonnen.

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