Forschung + Innovation
Vorerst „Nein“ zu künstlichem Herz

Das erste Kunstherz, das voll implantiert wird und seinem Empfänger ein Leben ohne Schläuche und Drähte nach außen bietet, darf vorerst nicht verwendet werden. Die zuständige US-Behörde FDA erteilte dem Hersteller des Abiocor-Herzens mit sieben gegen sechs Stimmen eine Absage.

dpa BETHESDA. Das erste Kunstherz, das voll implantiert wird und seinem Empfänger ein Leben ohne Schläuche und Drähte nach außen bietet, darf vorerst nicht verwendet werden. Die zuständige US-Behörde FDA erteilte dem Hersteller des Abiocor-Herzens mit sieben gegen sechs Stimmen eine Absage.

Zur Begründung führte die FDA die vielen Nebenwirkungen des künstlichen Herzens auf. Sie verlängerten nur den Prozess des Sterbens, nicht aber ein lebenswertes Leben.

Diesen Schluss zog die Mehrheit der FDA-Experten aus den Berichten von Angehörigen der ersten 14 Abiocor-Empfänger, die das Kunstherz testhalber eingepflanzt bekommen hatten. Alle 14 Patienten sind inzwischen gestorben. Viele von ihnen erlitten nach Erhalt des künstlichen Organs schwere Schlaganfälle, die ihre Lebensqualität erheblich einschränkten.

Abiocor-Hersteller Abiomed hatte der FDA angeboten, das Herz vorerst nur an zehn Krankenhäuser in Nordamerika zu verkaufen und den dort arbeitenden Chirurgen Intensivkurse anzubieten. Nach dem „Nein“ der FDA versprach das Unternehmen, das Kunstherz auf eigene Kosten an weiteren 20 Patienten auszuprobieren. Das weltweit einzige Kunstherz seiner Art soll jenen Herzkranken überleben helfen, die zu schwach für die Transplantation eines echten Spenderherzens sind. Es ist das erste Kunstherz, das das eigene Organ vollständig ersetzt. Seine Kosten sollen sich einmal auf 250 000 Dollar (207 000 Euro) belaufen.

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