Vorschläge im Internet Namenswettbewerb für ferne Planeten

Exoplaneten tragen Namensungetüme wie „PSR 1257+12 d“ oder „OGLE-05-390L b“. Jetzt lässt die Internationale Astronomische Union die Öffentlichkeit nach eingängigeren Bezeichnungen für die fernen Welten suchen.
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Die Nasa-Illustration zeigt die Oberfläche eines Mondes des Exoplaneten HD 188553 Ab. Die Internationale Astronomische Union will solchen Planeten künftig eingängigere Namen geben. Quelle: NASA/JPL-Caltech

Die Nasa-Illustration zeigt die Oberfläche eines Mondes des Exoplaneten HD 188553 Ab. Die Internationale Astronomische Union will solchen Planeten künftig eingängigere Namen geben.

(Foto: NASA/JPL-Caltech)

GarchingFast 2000 Planeten außerhalb unseres Sonnensystems - sogenannte Exoplaneten - haben Forscher bereits entdeckt. Jetzt sollen die ersten dieser fernen Welten Namen bekommen. Die Internationale Astronomische Union (IAU) startet einen Wettbewerb zur Benennung von 305 extrasolaren Planeten und ihrer Heimatsterne.

Astronomieclubs und andere Interessengruppen weltweit sind aufgerufen, sich auf einer eigenen Webseite dafür zu registrieren. Von März 2015 an soll dann die breite Öffentlichkeit über diese Vorschläge abstimmen, wie die IAU in Garching bei München mitteilte.

Neu entdeckte Planeten sind Kandidaten für Leben im All
Sieben erdähnliche Planeten entdeckt
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Astronomen haben sieben erdähnliche Planeten bei einem Roten Zwergstern in unserer kosmischen Nachbarschaft aufgespürt. Sechs dieser Exoplaneten liegen in einer Temperaturzone, in der Wasser flüssig sein kann – eine Voraussetzung für Leben, wie wir es kennen.

Planetensystem Trappist-1
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Drei der Planeten könnten sogar Ozeane auf ihrer Oberfläche besitzen, sofern sie erdähnliche Atmosphären haben, schreiben die Forscher um Michaël Gillon von der Universität Liège (Lüttich) im britischen Fachblatt „Nature“. Damit gehört das Sonnensystem des Roten Zwergs namens Trappist-1 zu den aussichtsreichsten Orten für die Suche nach außerirdischem Leben. Hinweise darauf haben die Forscher aber nicht.

40 Lichtjahre entfernt
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Das Zwergsternsystem liegt knapp 40 Lichtjahre entfernt und damit nach kosmischen Maßstäben praktisch vor unserer Haustür. Trotzdem würden irdische Raumsonden für eine Reise dorthin Jahrtausende benötigen.

Umlaufbahnen der Planeten von Trappist-1
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Drei der Exoplaneten hatte dasselbe Team bereits 2016 beschrieben. Es war der erste Fund von Exoplaneten bei einem Roten Zwergstern, einem der häufigsten Sterntypen in unserer Heimatgalaxie, der Milchstraße. Weitere vier Planeten dieses Sterns haben die Forscher nun durch sorgfältige Nachbeobachtung entdeckt. Alle sieben sind ungefähr so groß wie die Erde und wahrscheinlich Gesteinsplaneten. (Foto: IoA/Amanda Smith)

Vergleich Trappist-1 mit den Gesteinsplaneten des Sonnensystems
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Der Zwergstern, den diese Planeten umkreisen, hat lediglich acht Prozent der Masse unserer Sonne. Er ist nicht einmal halb so heiß, wodurch auf seinen Planeten trotz ihrer engen Umlaufbahnen gemäßigte Temperaturen herrschen. Die inneren sechs Trabanten umrunden ihren Stern in 1,5 bis 12 Tagen, die Umlaufzeit des äußersten Planeten ließ sich noch nicht genau bestimmen. (Foto: NASA/JPL-Caltech)

Exoplanet Kepler-1647b
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Bislang haben Astronomen über 3500 Exoplaneten - also Planeten außerhalb unseres Sonnensystems - registriert. Einer der interessantesten ist Kepler-1647b (als schwarzer Punkt im Zentrum des Bildes vor seinen beiden Sternen dargestellt), der bislang größte Exoplanet, der gleich zwei Sterne umkreist. Ihn entdeckten Wissenschaftler vor einiger Zeit mit Hilfe des Weltraumteleskops Kepler. Kepler-1647b hat ungefähr die Größe von Jupiter, einer seiner beiden Sterne ist etwas größer, der andere etwas kleiner als unsere Sonne.

Exoplanet Kepler-1647b (künstlerische Darstellung)
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Planeten, die ein Doppelsternsystem umkreisen, werden auch als „Tatooine“ bezeichnet, in Anlehnung an den Namen des fiktiven Heimatplaneten von Luke Skywalker aus der Star-Wars-Saga, der ebenfalls um ein Sonnenpaar kreist. Kepler-1647b ist rund 3700 Lichtjahre von der Erde entfernt. Für einen kompletten Umlauf um seine beiden Sterne benötigt er 1107 Erdentagen.

Die IAU, die seit ihrer Gründung 1919 für die offizielle Benennung von Himmelsobjekten zuständig ist, startet zum ersten Mal einen derartigen Wettbewerb. Die Aktion solle dem gestiegenen Interesse der Menschen an astronomischen Entdeckungen Rechnung tragen und eine breite Öffentlichkeit beteiligen, teilte die IAU mit.

Wissenschaftliche Bezeichnungen für die Exoplaneten und ihre Heimatsterne bleiben weiterhin gültig. Die umgangssprachlichen Namen aus dem Wettbewerb sollen parallel dazu als offizielle Bezeichnungen von der IAU beschlossen werden.

  • dpa
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