Wärmetechnik
Revolution am Buffett

Als sich Timo Hafner heftig an einer heißen Schüssel verbrennt, kommt mit dem Schmerz auch eine Idee: Kann man das nicht besser machen? Schöner? Praktischer? Hafner, damals noch Schüler, denkt: Man kann. Zusammen mit einem Freund gründet der Schwabe Induct-Warm und tüftelt seitdem an schicken, appetitlichen und praktischen Buffetsystemen für Hotels und Restaurants.
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Trostlos-blecherne Tröge, dampfend und zu allem Überfluss gefährlich heiß. Darin liegen matschige, vor sich hin zerkochende Nudeln oder Kartoffeln, sumpfiges Gulasch oder Brechbohnen, alles aber eher lauwarm. Leider bieten die Buffets allzu häufig einen solchen Anblick. Kulinarische Begeisterung kommt dabei bestimmt nicht auf.

Das Problem liegt bei den Trögen. Das fand zumindest Timo Hafner. Mit den üblichen Stahlbehältern hatte der damals 16-Jährige ohnehin eine Rechnung offen. Als er sich heftig an einer dieser heißen Schüsseln verbrannte, kam mit dem Schmerz aber immerhin auch eine Idee: Kann man das nicht besser machen? Schöner? Praktischer? Hafner, damals noch Schüler, dachte: Man kann – und legte mit einem Freund los.

Für die gebräuchlichen Stahlwannen, der gastronomische Fachbegriff lautet Chafing Dishes, benötigt man entweder Wasserbäder oder Gaskocher. Die Temperatur lässt sich nicht sauber regeln, häufig muss vom Personal gewartet, geprüft oder Gas nachgefüllt werden. Riechen tut es deswegen auch. Timo Hafner dagegen hatte etwas Besseres im Sinn: Magnetische Induktion, wie bei modernen Küchenherden, nur auf das Buffet übertragen. Die Kochplatte ist bei ihm der Buffettisch, metallbeschichtetes Porzellangeschirr ersetzt Pfannen und Töpfe. Hafner hatte Physik-Leistungskurs auf dem Gymnasium, technisch konnte er sich alles vorstellen. Aber das war nur ein Anfang, kaum mehr. Um aus seiner Idee, die schnell bei ersten Start-up-Wettbewerben und dann auch auf der weltgrößten Erfindermesse IENA überzeugte, einen vorzeigbaren Prototypen zu entwickeln, musste er Unterstützer für sich gewinnen.

Wenn der gebürtige Schwabe bei Finanzierungs-Workshops oder Ideenwettbewerben von seinem Konzept erzählte, dann tat er das mit diesem wohligen Singsang aus seiner Heimat Radolfzell, der sofort glauben macht, für jedes Problem gäbe es eine Lösung. Da baschtelt und tüftelt jemand, bis es endgültig pascht. Hafner konnte schnell Begeisterung wecken bei denen, die ihm zuhörten, das war und ist seine große Stärke. Mit seinem Auftritt überzeugte er nicht nur die Weconomy-Jury, sondern auch die meisten seiner heutigen Geschäftspartner.

Seit vier Jahren, die meiste Zeit noch als Schüler, arbeitet Timo Hafner nun daran, seine Idee in einem marktreifen Produkt zu verwirklichen. Es ist ein Unternehmen daraus entstanden: Induct-Warm. „Ich musste eine Menge Leute verkraften, die Nein gesagt haben“, sagt Hafner. „Aber ich habe bisher auch immer wieder Leute gefunden, die genauso wie ich etwas bewegen wollen.“

Heute arbeitet Hafner mit einer Hand voll ausgewählter Partner, die sich alle im Laufe der Jahre zusammengefunden haben. „Einige von ihnen“, sagt er, „sind mittlerweile echte Freunde geworden.“ Noch zu Schulzeiten überzeugte er Studenten der Fachhochschule Konstanz, die seinen allerersten Prototypen entwickelten. Die Studenten machten daraus ihre Diplomarbeit, der betreuende Professor Manfred Gekeler berät Hafner bis heute.

Mittlerweile gehört auch Edgar Hübler, der mit seiner gleichnamigen Elektrofirma die Induktionselemente entwickelt, zu den engen Partnern. Und Hafner fand Kontakt zur oberpfälzischen Firma Bauscher, einem der weltweit führenden Hersteller für Porzellan, die sich der Aufgabe annahmen, die besonderen Beschichtungen für Porzellanteller und -schüsseln zu produzieren. Damit waren die wichtigsten Hürden genommen.

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