Walfang Der Mensch erlegte über drei Millionen Wale

Der Walfang war die umfangreichste Wildtiertötung in der Geschichte der Menschheit: Forscher haben jetzt neue Schätzungen über das Ausmaß der Jagd vorgelegt – und die Zahlen noch einmal deutlich nach oben korrigiert.
2 Kommentare
Japan gehört zu den wenigen Ländern, die heute noch Fangflotten zur Jagd auf Wale ausschicken. Quelle: Reuters
Getöteter Wal auf einem japanischen Fangschiff

Japan gehört zu den wenigen Ländern, die heute noch Fangflotten zur Jagd auf Wale ausschicken.

(Foto: Reuters)

HeidelbergWie viele Wale wurden in der Vergangenheit erlegt? Oder anders gesagt: Wie viele Wale würde es heute geben, wenn ihre Population nicht so dramatisch reduziert worden wäre?

Antwort auf diese Fragen sucht ein Wissenschaftlerteam um Robert Rocha vom New Bedford Whaling Museum durch das Studium diverser Quellen, wie etwa der Aufzeichnungen der Internationalen Walfangkommission. In einer aktuellen Veröffentlichung in „Marine Fisheries Review“ beziffern sie jetzt die Gesamtsumme erlegter Wale auf über drei Millionen Tiere.

Davon wurden rund 2,9 Millionen Wale zwischen den Jahren 1900 und 1990 erlegt – mit dem Einsatz von motorbetriebenen Fangschiffen konnte der Walfang massiv ausgeweitet werden. Insgesamt wurden 276.442 Wale im Nordatlantik, 563.696 im Nordpazifik und 2.053.956 auf der Südhalbkugel erlegt; das zeigt die Statistik der Forscher.

Begehrte Räuber
Jäger als Gejagter
1 von 10

Der Jäger der Meere ist längst zum Gejagten geworden. Das Geschäft mit dem Hai ist derart lukrativ, dass mehrere Haiarten bereits akut gefährdet sind. Doch wirkungsvolle Maßnahmen zum Schutz der Tiere scheitern immer wieder am Einspruch der internationalen Fischereilobby. Foto: ap

Spuren einer Hai-Attacke
2 von 10

Haie sind gefährliche Raubtiere, immer wieder kommt zu Attacken auf Surfer, Schwimmer oder Taucher. Das Risiko, von einem Hai angegriffen zu werden, ist allerdings deutlich geringer als etwa die Gefahr, durch Blitzschlag zu Schaden zu kommen. So verzeichnete die ISAF ( International Shark Attack File) für 2007 insgesamt 71 Hai-Attacken, ein Mensch wurde dabei getötet. Foto: rtr

100 Millionen getötete Haie pro Jahr
3 von 10

Dem stehen rund 100 Millionen durch den Menschen getötete Haie pro Jahr gegenüber. Ob Fleisch, Flossen, Haut, Knorpel, Leber oder Zähne - es gibt kaum ein Körperteil des Raubfischs, das sich nicht vermarkten lässt. Und die Gewinnspannen sind verlockend: Je nach Art des Materials steigt der Preis auf dem Weg vom Fisch zum fertigen Endprodukt um bis zu 7500 Prozent. Foto:

Haifischflossen
4 von 10

Die Flossen sind vor allem auf dem chinesischen Markt gefragt. Die als gesundheitsfördernd angesehene Haifischflossensuppe hat sich nach Aufhebung eines unter Mao verhängten Verbots zu einem Statussymbol für reiche Chinesen entwickelt. In Hongkong, dem wichtigsten Umschlagplatz für Haifischflossen, werden bis zu 1500 Dollar für ein "Set" aus vier getrockneten Flossen bezahlt. Foto: rtr

Ein Milliardengeschäft
5 von 10

Auf dem Flossenmarkt mischen auch die Europäer kräftig mit: Laut Untersuchungen der Meeresschutzorganisation Oceana für das Jahr 2005 war Spanien mit 2,2 Millionen Tonnen getrockneter Flossen nach China zweitgrößter Lieferant für den Markt in Hongkong. Nach Schätzungen werden mit Haifischflossen weltweit pro Jahr 16 Milliarden Euro verdient. Foto: rtr

Unter Pseudonym in den Topf
6 von 10

In europäischen Küchen wird dagegen eher das Fleisch der Räuber geschätzt. Auf rund 100.000 Tonnen jährlich belaufen sich die Haifänge in der EU. Was nicht in den außereuropäischen Export geht, landet meist unter Pseudonym im heimischen Kochtopf: "Schillerlocke", "Kalbsfisch", "Seeaal" oder "Seestör" sind nur einige der Namen, unter denen Haifischfleisch angeboten wird. Foto: rtr

Zähne sind begehrt
7 von 10

Trophäe, Schmuckstück oder traditionelle Waffe: Auch die Zähne der Raubfische sind begehrte Handelsware. Foto: ap

Sobald eine Art erschöpft war, wechselten die Jäger auf die nächste. Erst in den 1980er Jahren wurde der kommerzielle Walfang weitgehend eingestellt.

Der Walfang mit Segelschiffen fällt dagegen nicht nennenswert ins Gewicht, berichten Rocha und Kollegen: Zwischen 1700 und 1899 seien nur rund 300.000 Wale getötet worden.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Illegaler Walfang zu Sowjetzeiten unterschätzt
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Walfang - Der Mensch erlegte über drei Millionen Wale

2 Kommentare zu "Walfang: Der Mensch erlegte über drei Millionen Wale"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Hier eine Quelle bei der Welt.: http://www.welt.de/wissenschaft/article3904720/Walfleisch-oft-viel-zu-giftig-fuer-den-Verzehr.html

  • Heutzutage ist es nicht nur verwerflich Wale zu fangen, sondern auch gefährlich ihr Fleisch zu essen. Letztens hat man in Japan einen Wal gefangen, desses Fleisch man entsorgen musste, das er relativ alt war und in dieser Zeit alle möglichen Gifte die wir ins Meer kippen in seinem Fleisch und Fett angelagert hatte. Die Werte für Cadmium, Blei, Quecksilber waren viele male höher als die erlaubten Grenzwerte. Quasi Sondermüll.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%