Weg mit Hindernissen
Ostseepipeline führt durch explosives Terrain

Die Gaspipeline in der Ostsee von Vyborg nach Greifswald wird gebaut. Doch gefährliche Hinterlassenschaften aus dem Zweiten Weltkrieg und ökologische Bedingungen am Meeresgrund können ihren Verlauf noch beeinflussen.

HAMBURG. "Ping. Ping." Mit jedem unhörbaren Signal wird das Bild auf dem Sonar-Bildschirm an Bord des Vermessungsschiffes etwas klarer. Manche der schwarz-weißen Schatten könnten auf ein Steinfeld, eine Senke oder ein Bodenriff hindeuten, wieder andere auf ein versenktes U-Boot, ein abgeschossenes Flugzeug oder sogar ein altes Wikingerwrack. Die Bilder vom Meeresgrund der Ostsee kommen von einem so genannten Side-Scan-Sonar, einem Messinstrument, das etwa 100 Meter hinter dem Schiff entlanggezogen wird. Mit akustischen Schallsignalen durchleuchtet es dabei die Struktur des Meeresbodens. Und es liefert dringend benötigte Daten vom Grund der Ostsee, eines Meeres, das nicht nur Handelsweg seiner Anrainerländer war, sondern auch ein Kriegsschauplatz mit allen denkbaren Hinterlassenschaften.

Mitten in der Ostsee lohnt sich der Suchaufwand, denn es geht immerhin um ein gewaltiges Vier-Milliarden-Euro-Projekt. Im Zuge der Erdgasversorgung Mitteleuropas wurde von den Firmen Gazprom, BASF-Wintershall und Eon-Ruhrgas der Ausbau des Pipeline-Netzes beschlossen.

In der Schweiz gründete sich daraufhin das Nordeuropäische Gaspipeline-Konsortium (NEGP) mit dem Ziel, eine Pipeline durch die Ostsee zu bauen. Zwei gewaltige Röhrensysteme mit einem halben Meter Durchmesser sollen ab 2010 und 2013 jeweils 55 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr ins internationale Netz einspeisen.

Der 1200 Kilometer lange Weg durch die Ostsee bietet sich für ein solches Großprojekt auf den ersten Blick natürlich an. Das Gas aus der Barentssee und den sibirischen Feldern landet dabei zuerst in der Startposition in der Portavaya-Bucht bei Vyborg in Russland. Von dort geht die Pipeline hinunter in das Finnische Becken, dann quert es das bis zu 300 Meter tiefe Zentralbecken, kreuzt das 110 Meter tiefe Bornholmbecken, um dann nach der Pommerschen Bucht in der Nähe von Greifswald in Deutschland wieder an Land zu kommen.

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