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Wegen Erdneigung war es vor 125 000 Jahren wärmer als heute

Wegen der etwas anderen Erdneigung lagen die Temperaturen während der vorigen Warmzeit vor 125 000 Jahren nach Aussage deutscher Forscher bis zu zwei Grad Celsius höher als heute.

dpa BONN. Wegen der etwas anderen Erdneigung lagen die Temperaturen während der vorigen Warmzeit vor 125 000 Jahren nach Aussage deutscher Forscher bis zu zwei Grad Celsius höher als heute.

Die Forschungen mit Klima-Simulationsprogrammen und der Untersuchung von Pflanzenfossilien bestätigten den enormen Einfluss, den Umlaufbahn und Neigung der Erde auf das Klima hätten, teilte die Universität Bonn am Dienstag mit. Diese Schwankungen seien unabhängig vom menschengemachten Treibhauseffekt, der nach der Überzeugung der meisten Klimaforscher heute die Temperaturen nach oben treibt, betonte der Bonner Paläobotaniker Thomas Litt.

Die Sonneneinstrahlung ist während der Warmzeiten in hohen Breiten stärker als sonst. Frank Kaspar vom Max-Planck-Institut für Meteorologie in Hamburg und Ulrich Cubasch von der Freien Universität Berlin gaben die Erddaten der Warmzeit in einen Klimarechner ein. Litt untersuchte Fossil-Lagerstätten, weil sich über die Nachbarschaft von Pflanzen Schlüsse auf das Klima ziehen lassen. Beide Methoden kamen nach Aussage Litts zum selben Ergebnis: „Nördlich der Alpen war es damals im Sommer rund ein bis zwei Grad wärmer als heute.“

Mit derartigen Vergleichen ließen sich Klimamodelle an tatsächlichen Klimadaten der Vergangenheit testen, betonte Litt. „Die Erdgeschichte ist dafür eine Art Labor.“ Zyklen mit Warmzeiten, die etwa alle 100 000 Jahre auftreten, gebe es seit 800 000 Jahren. Sie ließen sich nicht durch Treibhausgase erklären, die für eine globale Erwärmung seit rund einem Jahrhundert verantwortlich gemacht werden. Die Forscher haben ihre Ergebnisse in den „Geophysical Research Letters“ (Bd. 32, S. L11703) veröffentlicht.

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