Weiße Leuchtdioden erhellen die Straße
Erste Autoscheinwerfer mit LED-Licht auf der IAA

Weiße Licht emittierende Dioden (LED) sollen in einigen Jahren für noch besseres Licht auf den Straßen sorgen. Auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt/M. präsentieren Hersteller erste Prototypen.

DÜSSELDORF. Scheinwerfer mit bläulich scheinendem Xenon-Licht setzen sich zurzeit immer stärker in der Autoindustrie durch. Doch schon jetzt arbeiten Ingenieure an einer neuen Generation von Fahrzeugleuchten: Licht emittierende Dioden (LED) sollen in einigen Jahren für noch besseres Licht auf den Straßen sorgen. Auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt/M. präsentieren Hersteller erste Prototypen.

Der Autolicht-Spezialist Hella KG Hueck & Co. aus Lippstadt beispielsweise zeigt auf der IAA den Prototyp eines Autoscheinwerfers, bei dem Abblend-, Fern-, Blink- und Tagfahrlicht mit Leuchtdioden erzeugt werden. Wolfgang Hendrischk, Leiter Technisches Marketing Licht, hält es für technisch möglich, dass sich LED-Scheinwerfer künftig durchsetzen werden.

LEDs sparen Strom und halten länger

Leuchtdioden sind im Prinzip Halbleiterkristalle. Wird durch sie Strom geleitet, so entstehen Lichtblitze. Der Kristall leuchtet in einer bestimmten, von der Wahl des Halbleitermaterials abhängigen Farbe. Der entscheidende Vorteil: Hierbei entsteht viel weniger Wärme als bei herkömmlichen Glühbirnen, die mehr als 90 % der eingesetzten Energie als Wärme abstrahlen. Und LEDs halten viel länger als herkömmliche Glühbirnen.

Die ersten kommerziell eingesetzten Leuchtdioden wurden bereits 1962 vom US-Konzern General Electric entwickelt und sandten zuerst lediglich rotes Licht aus. Erste Anwendungen waren die roten Bereitschaftsleuchten, die zum Beispiel in Hifi-Geräten oder Fernsehern anzeigten, dass die Geräte betriebsbereit sind. In den 80er-Jahren wurden auch grüne, gelbe und blaue LEDs entwickelt. Weißes LED-Licht konnte bis vor einigen Jahren nur durch Farbmischungen aus blauem, grünem und rotem LED-Licht erzeugt werden. Erst 1996 gelang es, eine echte weiße Diode zum Leuchten zu bringen. Heute produzieren Hersteller wie Osram, Lumileds Lighting oder Nichia LEDs in Serie für die verschiedene Anwendungen.

Rote LED in der Bremsleuchte Standard

„Leuchtdioden können im Prinzip für alle Beleuchtungszwecke eingesetzt werden“, sagt Joachim Wagner vom Fraunhofer Institut für Angewandte Festkörperphysik in Freiburg. „Sie werden zunehmend Stand der Technik.“ Auch im Auto leuchten bereits viele LEDs. Als hochgestellte dritte Bremsleuchte sind sie bereits Standard. „Ihr Vorteil ist die schnellere Ansprechzeit und die längere Lebensdauer. Sie müssen praktisch nie ausgewechselt werden“, erläutert Doris Boebl, Gruppenleiterin Lichttechnik beim Zulieferer Automotive Lighting in Reutlingen. Auch im Armaturenbrett und im Innenraum zeigen LEDs immer mehr Funktionen oder Schalter an.

Nur als Scheinwerfer sind LEDs im Auto noch Neuland. „Es fehlt eine internationale Zulassung, und die geht nur über die Uno“, betont Hendrischk von Hella. „Bis 2007 dürfte das aber erledigt sein.“

Noch sind Xenon-Scheinwerfer den LEDs überlegen. Vor allem bei den Kosten, die wegen der noch niedrigen LED-Serien sehr hoch liegen. Auch die Ausleuchtung der Straße ist noch nicht optimal. Vorteile für die Diode sieht Hella-Manager Hendrischk aber in der dynamisch anpassbaren Lichtverteilung und vor allem in der geringeren Bautiefe mit weniger Durchbrüchen durch die Karosserie. Dadurch können Designer die Frontpartie der Autos variabler gestalten als mit herkömmlichen Scheinwerfern. Marion Reichl von Osram Semiconductor in Regensburg erwartet, dass die LEDs künftig lediglich auf die Karosserie aufgeklebt werden.

Seit der Entwicklung weißer LEDs werden die Dioden zunehmend auch im Wohnbereich eingesetzt. „Allerdings ist es nicht unser Ziel, die normale Glühbirne oder Halogenlampe zu ersetzen“, sagt Reichl. „Dazu sind LEDs zu teuer.“ Noch kostet Licht aus einer weißen Diode etwa das Hundertfache der gleichen Lichtmenge aus einer Glühlampe. Eingesetzt werden sie aber bereits als Sicherheitsleuchten an schwer zugänglichen Stellen im Dresdner Gewandhaus oder für die stilvolle Beleuchtung des Konferenzraumes der Kantonalbank Luzern.

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